Dienstag, 22. März 2011

[Rezension] Schiller – Die Räuber ****

Genre: Drama des Sturm und Drangs; Seiten: 149; Preis: 3,00 Euro
Inhalt: Als Vater von zwei Söhnen ist Maximilian von Moor von Anfang an klar, dass nur der ältere – Karl – Anrecht auf das Erbe hat. Franz wird daher in der Kindheit vernachlässigt. Jedoch ist es Karl, der als Student eher einen lockeren und ungewünschten Lebenswandel führt. Die Handlung des Lesedramas (d.h. das Drama war ursprünglich nicht als Theaterstück gedacht) setzt ein, als Karl ein Entschuldigungsbrief an seinen Vater schreibt und sich ändern will.
Hier gelingt es nun dem neidischen Franz, den Brief durch einen eignen zu ersetzen und seinen Vater davon zu überzeugen, dass der ältere Sohn ein Verbrecher sei. Karl wird nicht nur enterbt, sondern auch verbannt. Franz möchte noch einen Schritt weitergehen und sofort das Erbe an sich reißen, indem er seinen Vater umbringt. Er soll einen Herzinfarkt erleiden, wenn er erfährt, dass Karl gestorben ist.
In der Zwischenzeit hat sich Karl, der auf eine Versöhnung mit seinem Vater gehofft hatte, tatsächlich in das verwandelt, was Franz ihm angedichtet hatte. Mit einer Räuberbande begeht er unter dem Deckmantel den Schwachen zu helfen, indem er es den Reichen nimmt, diverse Verbrechen. Erst als Unschuldige ums Leben kommen und er an seine Verlobte Amalia erinnert wird, kommt Karl zu Vernunft und beschließt ins Elternhaus zurückzukehren.
Franz versucht derweil zwar Amalias Liebe zu gewinnen. Sie hält jedoch weiter zu Karl, dem sie auch bald begegnet. Er ist jedoch verkleidet und erkennt sie nicht. Unter anderem mit ihrer Hilfe durschaut Karl, was in seiner Abwesenheit geschehen ist. Als Franz ihn jedoch enttarnt, muss Karl fliehen und macht im Wald eine grausige Entdeckung…
Kurzinterpretation: Zwei Brüder versuchen auf unterschiedliche Weise gegen das erlittene Unrecht zu kämpfen. Karl, der fälschlicherweise verstoßen wird, nimmt den offenen Kampf auf. Franz, dem von Geburt an die Liebe des Vaters verweigert wurde, geht den hinterhältigen und listigen Weg. Am Ende kommen sie beide  nicht an ihrem Ziel an.  Beiden wird ihr eigenes Fehlverhalten bewusst. Und das Drama endet in der erwarteten Katastrophe.
Meine Meinung: Oben habe ich euch eine Kurzzusammenfassung gegeben, ohne den Schluss zu verraten. Ein bisschen Spannung muss ja sein. ;-)
Und spannend ist es wirklich. Wider Erwarten las sich „Die Räuber“ von Schiller schnell und fließend. Obwohl es dramatypisch in Dialogen geschrieben ist, ist die Handlung leicht zu verfolgen. Die Sprache ist keineswegs so ungewohnt, wie erwartet und so war es gut möglich das Stück innerhalb eines Tages zu lesen.
Auch jedem, der eher Scheu vor den kleinen gelben Reclam-Heftchen hat, aber sich trotzdem mal überlegt hat: „Ein paar Klassiker kennen, wäre schon gut…“, sei dieses Drama ans Herz gelegt. Die Spannung steigt wirklich bis zum Ende und es gibt tatsächlich noch eine Wendung, die so nicht vorauszusehen ist.

Fazit: Mit „Die Räuber“ ist es ein leichtes in die Zeit des Sturm und Drangs einzutauchen. Die zentrale Konfliktsituation zwischen Gesetz und Freiheit ist bis heute aktuell und regt zum eigenen Nachdenken an. Ich bin im Ganzen sehr positiv überrascht und vergebe 4 von 5 Sternen.

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