Dienstag, 12. April 2011

[Rezension] Brent Weeks - Der Weg in die Schatten ****

Genre: Fantasy; Seiten: 695; Preis: 15 Euro; erschienen bei Blanvalet

Klappentext: In den Schatten wirst du deine Seele verlieren!

Durzo Blint ist ein gefährlicher Mann, ein unübertroffener Meister in der Kunst des Tötens. Doch für den Gassenjungen Azoth ist der gefürchtete Meuchelmörder die einzige Chance, am Leben zu bleiben – denn der allgegenwärtige Hunger und die Schrecken der Straße würden für Azoth über kurz oder lang den sicheren Tod bedeuten. Doch Durzo Blint ist in der Auswahl seiner Lehrlinge äußerst wählerisch – und es ist gut möglich, dass der Weg in die Schatten einen weit höheren Preis fordert, als Azoth es sich je vorstellen konnte …

Der Auftakt zu einer atemberaubend spannenden Trilogie, die kein Leser je vergessen wird.




Inhalt: Azoth ist ein Straßenjunge und er lebt im ärmsten Viertel der Stadt. Von dem wenigen Geld, das er erbetteln oder ergaunern kann, muss er auch noch Abgaben leisten und dann werden die Kinder auch noch regelmäßig misshandelt.
Der Blutjunge Durzo Blint ist Azoths Ausweg, doch er nimmt nur selten Lehrlinge an. Schließlich gelingt es dem Jungen doch, dass sich Durzo seiner annimmt. Und aus Azoth wird im Laufe seiner Ausbildung Kylar. Doch ein Blutjunge ist nur, wer über seine Magie gebieten kann. Kylar ist dazu nicht in der Lage. Er weiß, dass Blint ihn töten wird, wenn er seine Ausbildung nicht zu einem würdigen Abschluss bringen kann…
Cover und Titel: Im Großen und Ganzen ist das Cover sehr so gehalten, wie es derzeit beliebt ist: Eine dunkle Gestalt, die man kaum erkennt. Eindruck machen die Waffen mit dem diese Gestalt scheinbar den Betrachter bedroht. Die violetten Farbschlieren im Hintergrund sind nett anzuschauen und da es eine Szene im Buch gibt, in der man die Assassinen nur durch Rauchbewegungen sehen kann, gibt es auch einen Bezug zum Buch.
Der Titel deutet an, dass wir es mit einem eher düsterem Szenario und dem Auftakt einer Geschichte zu tun haben. Positiv finde ich, dass das Cover zum Englischen identisch ist und auch der Titel ziemlich genau übersetzt wurde.

Meine Meinung: Von Anfang an gelingt es Brent Weeks seinen Leser zu fesseln. Man erlebt sofort mit dem elfjährigen Jungen Azoth das erste Abenteuer und muss erleben wie er misshandelt wird. Trotz der Erlebnisse passt der Junge auf ein kleines Mädchen auf, was ihn auf Anhieb sympathisch macht.
Ebenso sind die anderen Charaktere in sich schlüssig aufgebaut und interessant, natürlich längst nicht alle liebenswert. Schön zu sehen sind wie immer die Charaktere, die in sich sehr konfliktreich sind. Hierzu gehört nicht nur Azoth, sondern auch – und der besonders  - Durzo Blint. Und immer wenn man der Meinung war, dass man ihn gerade durchschaut hat, macht er doch etwas, womit man nicht rechnen konnte.
Es ist nur leider etwas schwierig die Personen näher kennen zu lernen. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, da aber die meisten eher nur spärlich verfolgt werden, war es mir beim Lesen häufig nicht möglich die Zusammenhänge zu erkennen, hin und wieder musste ich mich fragen, was das Ganz überhaupt soll. Da ich dann auch nur wenig über die Charaktere wusste, waren diese Passagen etwas nervig und unverständlich.
Auf der anderen Seite können verschiedene Handlungsstränge ja auch immer die Spannung fördern. Besonders gelungen ist es, das Wissen oder Unwissen des Lesers und des Protagonisten gegeneinander auszuspielen. An manchen Punkten der Geschichte weiß der Leser mehr als die Charaktere, an anderer Stelle wiederrum weiß der Charakter mehr. So ist man als Leser immer wieder erstaunt über spannende Wendungen der Geschichte.
Es gibt immer wieder, zu Beginn eines Kapitels, größere Zeitsprünge innerhalb der Geschichte. Mal vergehen zwei Jahre, mal sogar ein wenig mehr. So erfährt man von der Ausbildung Azoths im Ganzen relativ wenig. Im Gegenzug ist er aber auch kein Junge mehr, sondern ein junger Mann Anfang 20, wenn die Geschichte wirklich Fahrt aufnimmt. Ein 11jähriger Junge, der in Staatsintrigen verwickelt ist, wäre unglaubwürdig gewesen. Trotzdem muss der Leser aufmerksam sein, um diese Zeitsprünge nicht zufällig zu überlesen. Dies könnte zu erheblicher Verwirrung führen.
Die Sprache ist an die Charaktere angepasst. Diejenigen, die von der Straße kommen, sprechen deutlich weniger gehoben als die Adligen des Landes. Gleichzeitig spielt der Autor nicht mit extravaganten Sprachbildern, was meiner Meinung nach auch nicht zu einem Assassinen-Roman gepasst hätte.

Fazit: Die Geschichte um Kylar konnte mich überzeugen und ich freu mich schon darauf mehr von ihm zu lesen. Einen Punkt muss ich jedoch abziehen, weil die verschiedenen Personen der Handlungsstränge zu Beginn des Buches eher anstrengend, denn ein Genuss waren.
So vergebe ich 4 von 5 Sternen.
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Reiheninfo: „Der Weg in die Schatten“ ist der Auftakt zu einer Trilogie. Über Azoth beziehungsweise dann später Kylar erfahren wir in „Am Rande der Schatten“ mehr. „Jenseits der Schatten“ ist dann der Abschluss dieser Geschichte.
Am 19.September 2011 erscheint in Deutschland der Auftakt zu einer neuen Trilogie: „Schwarzes Licht“. Auf Englisch ist dieser Roman schon erschienen - "Black Prism"

Über den Autor: Brent Weeks wurde 1977 in Montana geboren. Heute lebt er mit seiner Frau, die auch seine Jugendliebe ist und seinen Kindern in Oregon.
Obwohl er anfangs ein schwacher Leser war, stand für Weeks schon mit 13 Jahren fest, dass er Romanautor werden wollte. Schon damals hat er viel und leidenschaftlich gern geschrieben. Nachdem er am Hillsdale College Englisch studiert hatte, arbeitete er kurzzeitig als Lehrer. Doch dann begann er sich voll dem Schreiben zu widmen und wurde mit dem großen Erfolg der Nightangel-Trilogie belohnt. Hier geht’s zur Website des Autors.

Kommentare:

  1. hmm dieses buch ist schon lange auf dem wunschzettel und da deine rezi auch ganz gut ist rückt es auf der will-haben liste um einiges höher XD muss aber erst das lied der dunkelheit und codex alera lesen die sollen ja ein bissi ähnlich sein ^^

    lg july

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  2. Hey July,

    also das Lied der Dunkelheit ist eigentlich kaum mit der "Nightangel"-Trilogie zu vergleichen. Vielleicht abgesehen von einem sehr konfliktreichen Charakter.
    Codex Alera habe ich selbst noch nicht gelesen, also kann ich dazu nichts sagen.

    Für Der Weg in die Schatten und für das Lied der Dunkelheit spreche ich aber auf jeden Fall Leseempfehlungen aus. :-)

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