Samstag, 2. April 2011

[Rezension] Kai Meyer - Die Wellenläufer *****

Genre: Fantasy/Kinder- und Jugendbuch; Seiten: 347; Preis: 9,95 Euro

Klappentext: Ein magisches Beben erschüttert die Küsten der Karibik. In den Piratenhäfenwerden Kinder mit einem besonderen Talent geboren: Sie können über Wasser gehen.

Vierzehn Jahre später glaubt Jolly, dass außer ihr keine Wellenläufer mehr leben. Bis sie Munk begegnet. Auch er geht auf dem Meer - und kann aus Muscheln einen uralten Zauber wirken. Beide erwartet ein finsteres Schicksal: Mitten im Atlantik dreht sich ein gewaltiger Mahlstrom, dessen Boten Verderben über die Inseln bringen - und Jagd auf die Wellenläufer machen. Nur Jolly und Munk können den Strudel zwischen den Welten schließen. Aber der Weg dorthin ist lang, gefahrvoll und wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe stellen.





Titel und Cover:  Wie alle drei Bände der Wellenläufer-Trilogie ist auch dieser in verschiedenen Versionen verfügbar. Einmal das Cover, das eher für die Erwachsenen gemacht ist. Dieses Exemplar ist im Loewe-Verlag erschienen. Dann gibt es aber auch noch die Kinderversion (bei mir rechts zu sehen) aus dem Heyne-Verlag. Letztere zeigt uns die Protagonistin. Trotzdem finde ich die Version aus dem Loewe-Verlag ansprechender. Muscheln, der Ring aus Eisen und auch am Ende auch der Rochen spielen alle eine Bedeutung im Roman und sind auf diesem Bild ansprechend dargestellt. 
Der Titel kommt ohne große Kapriolen aus. Es geht in diesem Buch um Wellenläufer und so wurde es dann auch genannt. Leicht und eingängig. 

Inhalt: Jolly, benannt nach der Piratenflagge, Jolly Roger, muss mit ansehen wie die gesamte Mannschaft ihres Schiffes in einen Hinterhalt gerät. Nur sie kann knapp entkommen und das auch nur, weil sie eine Quappe ist. Quappen sind selten – sie denkt sie ist die letzte – und können über das Wasser laufen. Auf ihrer Flucht  landet sie auf einer kleinen Insel. Dort lebt Munk mit seinen Eltern. Schnell kommt raus, dass auch er eine Quappe ist. Die beiden 14-jährigen Kinder beginnen erste Freundschaft zu knüpfen, als Munks Eltern getötet werden und sie mit einem mysteriösen Händler fliehen müssen.
Dieser erzählt ihnen, dass sich ein Mahlstrom zwischen den Welten aufgetan hat und dass die Quappen gebraucht werden, um ihn wieder zu schließen. Sie segeln nach New Providence, der derzeitigen Piratenstadt, denn der Händler will dort mehr über die derzeitigen Geschehnisse am Mahlstrom erfahren und Jolly ist fest entschlossen mehr über den Hinterhalt an ihrem Ziehvater zu erfahren. Doch nun jagt auch der Piratenkaiser sie und sie müssen erneut fliehen. Erst geht es Richtung Tortuga, doch dann steuern sie eine Stadt an, die es eigentlich gar nicht geben dürfte…

Meine Meinung: Von der ersten Seite an zog mich das Buch in seinen Bann. Die Geschichte entwickelt sich völlig natürlich ohne logische Brüche, trotzdem ist es nicht langweilig, da nicht vorhersehbar.
Der Leser findet sich in einer Welt wieder, die einerseits große Ähnlichkeit mit unserer um 1700 hat. Doch die Karibik wird nicht nur von Menschen bevölkert. Eine Fantasygeschichte in der Welt der Piraten, die einfach Spaß macht. Gleichzeitig ist die Geschichte auch für junge Erwachsene geeignet. Es gibt natürlich Kämpfe und auch Tote. Dies wird aber auf gute Art und Weise und nicht mit übermäßiger Brutalität dargestellt.
Mit Jolly und Munk hat man zwei Charaktere, die zu Beginn der Geschichte noch echte Kinder sind. Sie sind aber gezwungen auf Grund der Ereignisse schnell zu reifen. Dabei wirken sie aber nicht völlig verändert. Es ist spannend zu sehen, wie die beiden mit der Situation völlig unterschiedlich umgehen. Und natürlich deutet sich auch schon im ersten Band eine Liebesgeschichte an.
Aber auch die anderen Charaktere – der Pitbullmann, die Piratenprinzessin Soledad und nicht zuletzt der Geisterhändler – sind schön ausgearbeitet und bringen Spannung und Geheimnisse in die Geschichte.
Fazit: Mit diesem Buch ist ein hervorragender Auftakt für die Trilogie geschaffen. Der Cliffhanger am Ende des Buches war zu erwarten und steigert noch einmal die Spannung auf die nächsten Bücher.
Obwohl es auf jeden Fall ein Jugendbuch ist, würde ich es auch als Muss für jeden erwachsenen Fantasy-Freund bezeichnen, daher vergebe ich:
5 Sterne

Reiheninfo: Die nächsten Beiden Bände heißen Die Muschelmagier und Die Wasserweber. Hier ist auf jeden Fall zu beachten, dass auch sie in verschiedenen Covervarianten zu erhalten sind. Meine Links führen aber alle zu den passenden Versionen. 

Über den Autor: Kai Meyer wurde 1969 geboren. Er studierte Film und Theater und war zeitweise Redakteur bei einer Tageszeitung für Kultur und Vermischtes. Seit 1995 konzentriert er sich aber nur noch aufs Schreiben. Er hat inzwischen über 50 Bücher veröffentlicht.  Diese wurden in bis zu 28 Sprachen übersetzt.
Seine neusten und auch sehr erfolgreichen Werke sind Arkadien erwacht und Arkadien brennt.
Hier geht es zur Homepage von Kai Meyer

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