Dienstag, 24. Mai 2011

[Rezension] Brent Weeks - Jenseits der Schatten ****(*)

Autor:  Brent Weeks
Titel: Jenseits der Schatten
Originaltitel: Night Angel 03. Beyond the Shadows
Reihe: Nightangel - Trilogy
3. Jenseits der Schatten
Genre: High-Fantasy
Seiten: 699
Verlag: Blanvalet
Veröffentlichung: 15. November 2010
ISBN: 978-3442266302
Preis: 15,00 Euro


Ausstattung: Auch Band drei fügt sich wunderbar in das Bild dieser Trilogie. Diesmal in grün gehalten, sehen wir auf dem Titel wieder Kylar – bewaffnet und in Blutjungen-Kleidung. Weiterhin bleibt sein Gesicht verdeckt.
Im Inneren sieht der Leser wieder die schon bekannte Karte, deren Beschriftung aber auch der grünen Farbe des Covers angepasst ist.
Leider gibt es in keinem der drei Bände eine Auflistung oder Erklärung der Völker. Ebenso keine Dramatis Personae, sodass es immer wieder schwierig ist sich an die Beziehung zwischen den einzelnen handelnden Personen zu erinnern. 

Achtung! Es handelt sich um den dritten Band! Spoiler für Band eins und zwei sind zu erwarten!

Klappentext: Kylar Stern war der wahrscheinlich beste Assassine der Welt – bis er dem Töten für immer abschwor. Doch nun werden seine besonderen Talente wieder benötigt. Denn Kylars Heimat steht unter Belagerung, und die Hoffnung seiner Freunde ruht auf ihm genauso schwer wie das Vertrauen seines Königs. Ihm allein kann es jetzt noch gelingen, das Reich zu retten. Doch Kylars Plan ist selbstmörderisch und nahezu unmöglich durchzuführen – die Ermordung eines Gottes!

Inhalt:
„Der Tod war vorübergehend. Wenn die grundlegendste Sorge der Sterblichen – der Tod – ihn nicht betraf, was betraf ihn dann?“
(Jenseits der Schatten, Seite 289)
Auch Band drei setzt ohne Zeitsprung an, wo Band 2 aufhört. Der Gottkönig wurde von Kylar und Vi getötet. Aber sie sind nun mit einem Zwangzauber belegt, der sie im Prinzip zu einem Ehepaar macht. Recht problemlos gelingt es Kylar den Handel mit dem Wolf abzuschließen und er wirft nicht nur Curoch in den Wald, sondern erhält auch seine Hand zurück.
Doch Logan ist nicht König, Terah Graesin hat sich zur Königin erklärt und Logan hat sie akzeptiert. Gleichzeitig wurden mehrere Armeen ausgehoben und Cenaria steht kurz vor dem Untergang. Kylar versucht dies abzuwenden, doch nach und nach wird der Preis seiner Unsterblichkeit war und gefangen zwischen zwei Frauen muss sich der Nachtengel selbst finden. 

Meine Meinung:
Ich hatte keinerlei Probleme wieder in die Geschichte zu finden. Es gibt zwar keinen Zeitsprung und auch keine offizielle Rückschau, aber dem Autor gelingt es mit kurzen Hinweisen die Geschehnisse von Band zwei gleich zu Beginn wieder in Erinnerung zu rufen. Gleichzeitig folgt ein spannender und sehr gelungener Anfang, der sofort die Probleme der Geschichte aufgreift.
Kylar muss Curoch stehlen, Logan muss sich über seine Zukunft klar werden und über sein Verhalten gegenüber der neuen Königin. Gleichzeitig erhält der Leser aber auch einen Einblick in die Welt von Dorian, der seine große Liebe findet und eine Aufgabe annehmen muss, vor der er immer geflüchtet ist.
In diesem Roman stirbt Kylar nur ein einziges Mal, aber auf besonders grausame Weise. Dies wird so gut und aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, dass ich mir beinahe schon selbst die Schmerzen am eigenen Körper vorstellen konnte. Hier erfährt nun Kylar, was der Preis für seine Unsterblichkeit ist. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, aber: Es ist ein furchtbarer.
Die verschiedenen Handlungsstränge werden zum Ende dieses Buches kunstvoll zusammengeführt und auch wenn man sich vorher vielleicht hin und wieder gefragt hat, was das Ganze soll und warum man mit all diesen Kleinigkeiten konfrontiert wird, gelingt es dem Autor ein gutes Ende herbeizuführen.
Besonders den Humor möchte ich noch hervorheben. Dieser Humor ist oft ein sehr subtiler, der nie erzwungen wird, aber ganz automatisch zwischen den Charakteren entsteht. Besonders Durzo und Kylar entwickeln in diesem Band ein ganz besonderes Verhältnis, das mich immer wieder zum Lachen gebracht hat. Im Ganzen ließen mich Kylars und Vis Zynismus und Lebenseinstellung immer wieder schmunzeln und geben dem Roman noch eine weitere Stärke.

„Wenn Kylar es herausfand… Tatsächlich hatte Vi keine Ahnung, was er tun würde, aber dummes Heldentum war sehr wahrscheinlich. Bedauerlicherweise hatte sie keine Ahnung, wie dummes Heldentum sich manifestieren würde.“
(Jenseits der Schatten - Seite 516)

Es lohnt sich auf jeden Fall, sich durch die vielen Namen, die vielen Verbindungen zwischen den Charakteren und durch die Prophezeiungen hindurch zu kämpfen, denn man lernt viele starke Charaktere kennen.
Am Ende habe ich nicht nur Kylar und Elene, sondern auch Durzo Blint und Vi lieben gelernt, obwohl jeder von ihnen auch große Schwächen hat. Eben dies macht sie besonders liebenswert. 

Fazit: Es gibt im ersten Drittel nach einem sehr starken und spannenden Anfang eine Phase, die langatmig ist und sich etwas zieht, aber im Großen und Ganzen ist dies ein würdiger Abschluss der Nachtengel-Trilogie und am Ende standen mir sogar Tränen in den Augen.
Ich vergebe 4,5 von 5 Punkten.


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Über den Autor: Brent Weeks wurde 1977 in Montana geboren. Heute lebt er mit seiner Frau, die auch seine Jugendliebe ist und seinen Kindern in Oregon.
Obwohl er anfangs ein schwacher Leser war, stand für Weeks schon mit 13 Jahren fest, dass er Romanautor werden wollte. Schon damals hat er viel und leidenschaftlich gern geschrieben. Nachdem er am Hillsdale College Englisch studiert hatte, arbeitete er kurzzeitig als Lehrer. Doch dann begann er sich voll dem Schreiben zu widmen und wurde mit dem großen Erfolg der Nightangel-Trilogie belohnt. Hier geht’s zur Website des Autors. Am 19.September 2011 erscheint in Deutschland der Auftakt zu einer neuen Trilogie: „Schwarzes Licht “. Auf Englisch ist dieser Roman bereits erschienen - "Black Prism "

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