Freitag, 6. Mai 2011

[Rezension] Jeanine Krock - Wind der Zeiten ****

Autorin: Jeanine Krock
Titel: Wind der Zeiten
Seiten: 554
Verlag:  Heyne
Veröffentlichung: 9.Mai 2011
ISBN:  978-3453534001  
Preis: 14,00 Euro

Ausstattung: Dem schlichten in grün und weiß gehaltenem Cover gelingt es von Anfang an, die Atmosphäre eines mystischen Schottlands zu vermitteln. Das Mädchen auf dem Cover ist für mein Verständnis etwas zu jung, um sie mit der Protagonistin zu identifizieren. Wie von einem „Wind der Zeiten“ wird Johanna in die Vergangenheit geweht – ein äußerst passender Titel.
Zu Beginn und am Ende des Buches findet der Leser eine schön illustrierte Karte, auf der man leicht die Orte des Geschehens finden kann. Dies hilft sehr sich innerhalb dieser vielen schottischen Begrifflichkeiten zu Recht zu finden. Zu eben diesem Zweck findet 
sich am Ende auch eine Liste mit den schottischen Wörtern, die im Roman verwendet werden. 

Klappentext: Nachdem die junge Hamburger Journalistin Johanna von ihrem Freund betrogen wurde, reist sie nach Schottland, um ihren Liebeskummer zu überwinden. Als sie auf einem Reitausflug dem gut aussehenden Alan begegnet, ahnt sie noch nicht, dass sich ihr Leben für immer verändern wird. Denn Alan ist ein Krieger aus einer anderen Zeit, und sein Schicksal ist mit dem Johannas unauflöslich verknüpft. Ehe sie sich versieht, findet sich Johanna auf einmal im Schottland des Jahres 1728 wieder...
 
Inhalt: Johanna ist nach Schottland gekommen, um dort sich selbst wieder zu finden. Sie hat eine schreckliche Zeit in einer unglücklichen Beziehung hinter sich und eigentlich die Nase voll von Männern. Doch Alan verdreht ihr schon am ersten Abend den Kopf und ohne es zu wissen, folgt sie ihm in eine andere Zeit. In das Schottland des 18. Jahrhundert.
Sie ahnt lange nicht wie ihr Schicksal mit dem von Alan und seinem ganzen Clan verbunden ist. Doch sie folgt ihrem Gefühl und kann nur darauf vertrauen, dass am Ende alles gut wird…

Meine Meinung:
Der Anfang der Geschichte wirkt sehr klischeehaft. Johanna begegnet einem Pferd, das sich von niemandem bändigen lässt, aber sie kann es nach kurzer Zeit reiten. Ein älterer Herr – Schotte durch und durch – scheint eine Ausländerin ins Herz zu schließen. So erlebt der Leser anfangs eher altbekanntes.
Doch sobald Johanna akzeptiert hat, dass sie sich nicht mehr in ihrer Zeit befindet, steigert sich die Geschichte deutlich. Johanna ist eine selbstbewusste Frau ihrer Zeit, die naturgemäß Schwierigkeiten hat, sich in das Frauen Bild der Vergangenheit einzufinden.
Doch nicht nur der Clanchief Alan sondern auch das Dienstmädchen Morág schließen diese junge Frau schnell in ihr Herz. Zu dem Mädchen entwickelt Johanna bald eine tiefe Freundschaft, die ihr auch über die schwierigen Zeiten hinweg hilft.
Denn Alan ist zwar ein hingebungsvoller Liebhaber, aber auch ein Mann mit Charakter. Von vielen Menschen aus seinem Clan ist er als Wechselbalg verschrien und sein Interesse seinen äußerst fragwürdigen Ruf zu entkräften scheint äußert gering. Doch auch er ist von Johanna betört und schlägt jegliche Bedenken in den Wind. Er selbst ist Mary versprochen, diese ist von der Liebschaft ihres Verlobten nicht besonders begeistert.
So folgt der Leser einer Liebesgeschichte zweier Menschen, die kaum unterschiedlicher nicht sein könnten. Es muss immer wieder zu Missverständnissen zwischen ihnen kommen, die mehr als einmal auch beinahe in der Katastrophe enden. Selbst die große körperliche Anziehungskraft der beiden, die manchmal etwas übertrieben dargestellt wird und daher stellenweise etwas lächerlich wirkt, kann die Konflikte nicht überspielen.
Bedauernswerterweise ist der Einfluss der Fantasy in diesem Werk von Jeanine Krock sehr gering. Es geht zwar über den legendären Aberglauben der Hochlandschotten hinaus, hält sich aber zumeist dezent im Hintergrund. Ich hatte etwas mehr Aktivität von Feen und ähnlichen Gestalten erwartet.
Besonders aber der gelungene Abschluss konnte mich über die kleinen Schwächen der Geschichte hinwegtrösten. Er ist äußerst passend und rundet das Geschehen perfekt ab. Der Autorin gelingt es alle geknüpften Handlungsstränge am Ende zusammenzuführen und die offenen Fragen für den Leser zu beantworten.

Fazit: Jeanine Krock hat eine gelungene Liebesgeschichte erschaffen, der es gelingt auch die Jahrhunderte zu überstehen. Es gibt einige Schwächen, über die ich aber ohne größere Schwierigkeiten hinweg lesen konnte. Nur einen etwas größeren Fantasy-Einfluss hätte ich mir gewünscht.
So vergebe ich 4 von 5 Sternen.



Über die Autorin: Jeanine Krock, in Braunschweig geboren, war unter anderem in mehreren europäischen Ländern als Model-Bookerin und Costumière tätig. Neben einer unsterblichen Leidenschaft für magische Kreaturen faszinieren sie besonders die europäischen Kultur- und Kostümgeschichte.
Muse und Ablenkung zugleich ist ihr schottischer Setter Gordon, der sich unter ihrem Schreibtisch häuslich eingerichtet hat – sofern er sich nicht der Gartenarbeit & Jagd in »seinem« Revier widmet.
Ihr erster Roman wurde 2003 veröffentlicht. Mit »Der Venuspakt« folgte bald darauf der Auftakt zur Romantik-Fantasy-Reihe »Licht & Schatten«. Jeanine Krock lebt als freie Schriftstellerin in Norddeutschland. (Quelle)

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