Montag, 6. Juni 2011

[Rezension] Max Landorff - Der Regler ***

Autor: Max Landorff
Titel: Der Regler
Genre: Thriller
Seiten: 335
Veröffentlichung: 8. Juni 2011
ISBN: 978-3502110668
Preis: 13,95 Euro

Ausstattung: Das Buch ist broschiert und hat dafür ein relativ großes Format. Es lässt sich aber gut aufschlagen und halten beim Lesen.
Das Cover ist sehr schlicht in Weiß, Schwarz und Blau gehalten, was meine Aufmerksamkeit in einem Buchhandel eher nicht geweckt hätte, aber gut zu den präzisen, durchgeplanten Verhaltensweisen des Protagonisten passt.
„Der Regler“ ist eine Art Berufsbezeichnung, die natürlich leichte humoristische Züge hat. Wie es zu diesem Namen kam, wird im Buch erklärt.

Klappentext: Er ist der REGLER. Für die Reichen und Mächtigen regelt er alles – Liebe, Karriere, Geld, Sex. Bis die bestialischen Morde geschehen. Und er erkennen muss: Du kannst alles regeln. Nur nicht deine Vergangenheit.

Inhalt: Gabriel Tretjak regelt die Zukunft von den Menschen, die zu faul, zu feige oder einfach zu träge sind, um es selbst in die Hand zu nehmen. Er ist teuer, doch er scheint alles erreichen zu können und die Anfragen der Reichen bleiben nicht aus.
Erste Veränderungen in seinem Umfeld und seinem Alltag nimmt er nicht wahr, das ich völlig atypisch für ihn. Die Morde, die nun im weiteren Verlauf geschehen, scheinen ihn aus der Bahn zu werfen, denn es sind Freunde oder zumindest gute Bekannte, die dort auf grausame Weise ermordet werden. Und alle Indizien weisen in Gabriels Richtung. 

Meine Meinung:
„Seine ganze Ausstrahlung sei gewesen: Du hast ein Problem. Du. Nicht ich. ‚Ein Abendessen lang habe ich in dieses Gesicht geschaut – und danach war mein Leben vollkommen umgekrempelt.‘“
(Der Regler; Seite 208)

Die Grundidee, die hinter diesem Buch steht, ist sehr spannend. Mit der Einführung diesen neuen „Berufes“ – die Zukunft eines Menschen regeln, der dich dafür bezahlt, dass bestimmte Träume in Erfüllung gehen – wird ein interessanter Hintergrund geschaffen. Der Regler ist niemand, der mordet, die meisten Einwilligungen bekommt er über Gefälligkeiten oder aber Drohungen.
Nun geschehen aber Morde und alles weist darauf hin, dass Gabriel etwas damit zu tun haben muss. Für mich wirkte es etwas unwahrscheinlich, dass er all die Zeichen, die es ja gibt, auf die der Leser auch hingewiesen wird, übersieht. Liegt das daran, dass er sich im Laufe der Geschichte verliebt? Oder an seiner Vergangenheit, seiner Kindheit, den Medikamenten, die er nimmt? So richtig geklärt wird das bis zum Ende der Geschichte nicht.
Gleichzeitig gibt es für den Leser keine direkte Bezugsperson. Gabriel Tretjak bleibt lange eine sehr vage Figur, die man kaum einschätzen kann. Gleichzeitig gibt es so viele Handlungsorte und Personen, dass jede davon nur kurz umrissen wird und daher kaum eine emotionale Bindung zu ihr aufgebaut werden kann. Erst ab Seite 200 wird einer der Polizisten etwas schärfer gezeichnet und dem Leser zur Seite gestellt.
Ab diesem Moment scheint auch alles geklärt zu sein. Der Mörder ist gefunden, es gibt eine Erklärung für alles und doch bleibt nicht nur beim Leser, sondern auch bei einigen Charakteren der Geschichte das Gefühl, dass das nicht alles war. Tatsächlich ist die Lösung der Geschichte eine ganz andere, zwar nicht uninteressant, aber so gelöst, dass der Leser damit völlig überrascht wird. Eventuell kann man den Mörder schon vorher verdächtigen, aber sein Motiv ist niemals zu erraten.
Am Ende bleiben einige Fragen offen, die ich gerne geklärt hätte. Die Geschichte um den ominösen Bruder von Gabriel wird nicht endgültig beantwortet, ebenso die aufgeworfene Frage um das „Böse“, gegen das der Regler sich wohl gestellt hat. Einer der Polizisten liegt am Ende der Geschichte auf der Intensivstation und der Leser erfährt nicht, ob er es schafft oder nicht. Das ist etwas unbefriedigend.

Fazit: Alles in allem ist dies ein gutes Buch, das mit etwas Spannung für kurzweilige Unterhaltung sorgt, aber sicherlich auch bald wieder aus den Gedanken des Lesers verschwunden ist, wenn die gut dreihundert Seiten beendet sind. Ich hatte durch die Werbung im Vorfeld mehr erwartet.
Es gibt also ein glattes „gut“ mit 3 von 5 möglichen Punkten.


Über den Autor: Max Landorff ist ein Pseudonym. Mehr als dass dies sein erster Thriller ist, ist leider auch nicht über ihn zu erfahren.

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