Sonntag, 12. Juni 2011

[Rezension] Myriam Keil - Nach dem Amok *****

Autorin: Myriam Keil                    
Titel: Nach dem Amok
Genre: Jugendbuch
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Seiten: 285
Verlag: cbt
Veröffentlichung: 18. April 2011
ISBN: 978-3570307427
Preis: 7,99 Euro

Ausstattung: „Nach dem Amok“ ist in seiner Schlichtheit ein sehr einfacher Titel, denn er reicht aus, um all das im Kopf hervorzurufen, was sich dann auch im Buch selbst wieder findet. Die Angst, die Sorgen, der Verlust, aber auch die Zweifel, die Fragen und der Hass.
Das sehr dunkel gehaltene Coverbild passt sich diesen Gefühlen an und die Blumen, die zu sehen sind, teilweise sehr unscharf tauchen auch in der Geschichte wieder auf. 

Klappentext: Einige Monate ist es her, dass David, der fünfzehnjährige Bruder von Maike, zum Amokläufer wurde – und immer noch ist Maikes Welt aus den Fugen. Ihre Eltern tun alles, um die Tat des Sohns zu verdrängen, und in der Schule sieht sich Maike zunehmend einer Wand aus Ablehnung und Misstrauen gegenüber. Auch die Beziehung zu ihrem Freund Yannik bekommt Risse, denn Yanniks bester Freund liegt seit dem Amoklauf schwer verletzt im Krankenhaus. Als dann noch ein Mädchen aus ihrer Clique das Gerücht in Umlauf bringt, Maike habe vorab von dem Amoklauf gewusst, sieht Maike sich einem zunehmenden Mobbing ausgesetzt...

Meine Meinung: Auf eine weitere inhaltliche Zusammenfassung möchte ich an dieser Stelle verzichten, den der Klappentext gibt guten Einblick. Alles weitere würde Teile der Geschichte vorweg nehmen und das möchte ich vermeiden.
In diesem Jugendbuch wird eine Thematik angesprochen, die besonders seit einigen Jahren nie an Aktualität verliert. Gleichzeitig betrachtet diese Geschichte den Amoklauf eines jungen Menschen nicht aus dem Blickwinkel des klassischen Opfers. Obwohl auch die Familie zu den Opfern gezählt werden muss.
Die Geschichte setzt einige Monate nach dieser schrecklichen Tat ein und von der ersten Seite an ist klar: Weder an der Schule noch in der Familie des Täters ist bisher so etwas wie Normalität eingekehrt. Zu Beginn wurde Maike von Klassen- und Schulkameraden aufgefangen, doch jetzt wendet sich langsam das Blatt und immer mehr der Schüler richten sich gegen sie.
Myriam Keil gelingt es die Geschehnisse, die nun ihren Lauf nehmen sehr eindringlich und gleichzeitig einfühlsam zu beschreiben. In jeder Minute, auf jeder Seite konnte ich mit Maike mitfühlen, aber gleichzeitig auch an manchen Stellen die anderen Schüler verstehen.
Geschickt werden uns einmal die aktuellen Ereignisse um Maike herum von eben diesem Mädchen erzählt, dann wiederum erleben wir aus ihrer Sicht noch einmal den Amoklauf oder andere Geschehnisse in der Vergangenheit.
Dieses Buch hat keinerlei Längen. Auf jeder Seite fürchtet, hofft, bangt und weint man mit Maike zusammen. Nach und nach löst sie das Rätsel, warum David diese schreckliche Tat begangen hat und muss dann dafür kämpfen selbst einen Weg zurück ins Leben zu finden. Für ihren Freund. Für ihre Familie und vor allem für sich selbst. 

Fazit: Eindrucksvoll erzählt Myriam Keil hier die Geschichte eines Amoklaufs aus einer neuen Perspektive. Das Thema Mobbing muss immer in unseren präsent sein und wird hier sehr realistisch und deshalb umso erschreckender dargestellt. Ich denke auch – aber nicht nur - für die Lektüre im Unterricht ist dieses Buch sehr gut geeignet.

Mit 5 von 5 Punkten spreche ich eine unbedingte Leseempfehlung aus.


Über die Autorin: Myriam Keil wurde 1978 in Pirmasens geboren und ist in der Pfalz aufgewachsen. Sie studierte in Münster und in Hamburg und ist Diplom-Finanzwirtin und freie Autorin.
„Nach dem Amok“ ist ihr erster Jugendroman.

Kommentare:

  1. Oh tolles Buch. Hört sich irgendwie voll traurig an. Tolle Rezension. Lg Diti

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  2. Ich bin schon des Öfteren um dieses Buch herumgetigert, habe mich bisher aber nicht entscheiden können, ob es den Kauf wert wäre, oder nicht. Da du jetzt allerdings so sehr davon geschwärmt habt, wird es sicherlich auf meiner Wunschliste landen. Also danke für den Tipp! ^^

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  3. @Diti

    Es ist an einigen Stellen auch ziemlich traurig. Ich bin nah am Wasser gebaut und musste schon manchmal ganz schön schlucken...

    @Cherry

    Ja, packs auf jeden Fall auf den Wunschzettel. Es ist den Kauf wert. :-)

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  4. Schau mal hier: http://lesen-bildet.blogspot.com/2011/06/blog-awards.html
    Ich hoffe nur, du hast sie noch nicht :-)

    LG
    Sarah

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