Sonntag, 26. Juni 2011

[Rezension] Philippa Gregory - Die Königin der Weißen Rose *

Autorin: Philippa Gregory
Titel: Die Königin der weißen Rose
Originaltitel: The White Queen
Reihe: Der Cousinenkrieg
1. Die Königin der weißen Rose
2. The Red Queen
3. The White Princess
Genre: historischer Roman
Seiten: 552
Verlag: Rowohlt
Veröffentlichung: 3. Januar 2011
ISBN: 978-3499254840
Preis: 9,99 Euro

Ausstattung: Das Cover ist sehr dunkel gehalten, wird jedoch von verschiedenen Ornamenten verziert, unter anderem von der weißen Rose von York. Ebenso sieht man das Bild einer jungen Frau, die sicherlich die spätere Königin darstellen soll.
Im vorderen Teil des Buches gibt es eine Karte mit England und die Schlachten zwischen dem Hause York und dem Haus Lancaster sind eingezeichnet. Ebenso findet sich dort ein Stammbaum, der die Familienverhältnisse klärt. Sehr gefreut hat mich das innenliegende Lesezeichen, das auf der einen Seite das Bild der Königin zeigt, auf der anderen Seite einen Stammbaumausschnitt. So kann man gut den Überblick über ihre Kinder behalten.

Klappentext: England, 1464: Die Adelshäuser York und Lancaster kämpfen erbittert um den Thron. Als König Edward, der Erbe der Weißen Rose, der schönen jungen Witwe Elizabeth Woodville begegnet, ist es um beide geschehen. Doch Elizabeth weigert sich, Edwards Mätresse zu werden. Da heiratet der König sie entgegen allen Standesschranken – ein ungeheurer Skandal! Und keine Frau im Königreich hatte je so viele Feinde. Neid, Missgunst und Intrigen bringen Elizabeth und ihre Familie in größte Gefahr. Ihre Widersacher nennen sie eine Hure. Sie nennen sie eine Hexe. Doch Elizabeth weiß: Sie ist die Königin.

Inhalt: Der Klappentext gibt sehr gut den Inhalt dieses Romans wieder, daher möchte ich an dieser Stelle auf eine weitere Zusammenfassung verzichten. 

Meine Meinung:
Zu Beginn ist mir negativ aufgefallen, dass es keine echte Kapiteleinteilung gibt. Es gibt nur Abschnitte und Jahreseinteilung, die als Ersatz für Kapitel dienen. Ich selbst lese lieber Bücher mit Kapiteln, denn dadurch gelingt es dem Leser eher Sinnabschnitte zu erkennen.
Die Geschichte beginnt im Grunde recht vielversprechend. Recht schnell konnte ich mich in die Protagonistin Elizabeth – der späteren Königin Englands – hinein fühlen. Die Liebe auf den ersten Blick zwischen ihr und dem Königin empfand ich zwar als viel zu übertrieben, doch darüber kann man hinwegsehen.
Im weiteren Verlauf wird eine grundsätzlich sehr spannende Geschichte von der Autorin einfach unzureichend umgesetzt. Sobald Elizabeth als Königin von England offiziell vorgestellt wird, beginnt Philippa Gregory damit in der Zeit zu springen. Es werden im Folgenden nur noch die wichtigen Großereignisse angesprochen. So lesen wir zum Beispiel drei Seiten vom September 1472, um dann sofort auf den Januar 1473 zu springen, dort halten wir uns auch nur wenige Seiten auf und springen weiter zum Frühjahr. So werden zwar alle wichtigen Ereignisse abgehandelt – Geburten, Todesfälle, Kriege und so weiter – aber der Leser hat keine Möglichkeit einen Bezug zu den Charakteren aufzubauen. Dafür müsste man diese tatsächlich näher kennen lernen. Dies funktioniert jedoch nur über die kleinen Gesten und die im Grunde eher unscheinbaren Situationen.
Beinahe wie in einem schlechten Geschichtsunterricht wird man jedoch nur durch die Geschichte getrieben, ohne dass Geburt oder Tod den Leser wirklich bewegen könnte. Bisher habe ich mich immer gerne mit den englischen Königshäusern beschäftigt, aber bei diesem Roman habe ich mich nach dem ersten Drittel nur noch gequält und zugegebenermaßen viele Seiten einfach nur überflogen. Zum Ende hin kommt noch einmal Spannung auf, denn das letzte Jahr wird etwas ausführlicher behandelt. Das kann aber den Gesamteindruck leider nicht mehr verbessern.

Fazit: Für mich war das Lesen dieses Buches leider vergeudete Zeit. Eine Handlung, die wirklich spannend sein könnte, wurde von der Autorin völlig unzureichend in Worte gekleidet. Ich werde diese Trilogie sicher nicht weiter verfolgen und auch um Philippa Gregory in Zukunft einen großen Bogen machen.
So kann ich nur 1 von 5 Sternen vergeben.


Quelle
Über die Autorin: Philippa Gregory wurde 1954 in Kenia geboren, zog aber mit ihren Eltern nach England. Nach ihrer journalistischen Ausbildung arbeitete sie als Reporterin bei „Portsmouth News“, sowie als Journalistin und Produzentin bei BBC Radio. An der University of Sussex studierte sie Geschichte und wurde an der University of Edinburgh im Fach „Literatur des 18. Jahrhunderts“ promoviert. Kurz darauf, verfasste sie, als Beginn einer Trilogie, ihren ersten Roman „Die Glut“, der 1987 veröffentlicht wurde. Neben weiteren historischen Romanen schreibt Philippa Gregory Kurzgeschichten und Kinderbücher. (Quelle)

Kommentare:

  1. Mir ging es leider ähnlich mit dem Buch. Ich fand es viel zu zäh, konnte keine Beziehung zu den Personen aufbauen und fand die Protagonistin selbst nicht wirklich sympathisch. Schade, denn Philippa Gregory hat schon viele wirklich wunderbare historische Romane geschrieben!
    Liebe Grüße
    Martina

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  2. Ich hab auch gelesen, dass sie gute Romane veröffentlicht hat. Vielleicht trau ich mich irgendwann noch einmal an sie heran, aber erstmal werde ich mich da zurückhalten.

    Viele Grüße
    Asaviel

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  3. Huhu Asaviel

    Ich habe dir einen Award verliehen =)
    http://wortgefluester.blogspot.com/2011/06/es-regnet-awards.html

    Lg Sumpflicht

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  4. Oje, das Buch klingt ja wirklich greulich?! :( Ich mag das überhaupt nicht, wenn ein historisches Buch mehr Historie ist und weniger Roman :( Das macht dann so nämlich keinen Spaß...wie es dir eben mit diesem ROman erging. Wirklich schade...der goldene Thron von Katia Fox war auch so enttäuschend :(

    LG
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