Dienstag, 7. Juni 2011

[Rezension] Rachel Ward - Numbers-Den Tod im Blick ****

Autor:  Rachel Ward
Titel: Numbers – Den Tod im Blick
Originaltitel: Numbers
Reihe:
1. Numbers – Den Tod im Blick
2. Numbers – Den Tod vor Augen
3. Numbers – Infinity (englisch; Veröfentlichung: Juni 2011)
Genre: Jugendbuch/Fantasy
Altersempfehlung: 14-16 Jahre
Seiten: 363
Verlag: ChickenHouse
Veröffentlichung: April 2010
ISBN: 978-3551520074
Preis: 13,95 Euro

Ausstattung: Die dunkle Aufmachung des Covers passt gut zur Geschichte. Denn das Todesdatum eines jeden Menschen zu kennen, ist ebenfalls ein dunkles Geheimnis. Etwas schade finde ich, dass die Zahlen, die den Titel „Numbers“ bilden keine Todesdaten sein können. Sie sind wohl eher zufällig aneinander gereiht. Die broschierte Ausgabe hat ein schönes Format und liegt damit angenehm in der Hand beim Lesen.
Der Titel selbst ist völlig passend und weckt sofort das Interesse des Lesers. Sehr gelungen!

Klappentext: Augen, so heißt es, sind das Fenster zur Seele. Doch wenn Jem in fremde Augen blickt, sieht sie eine Zahl. Und die ist unauslöschlich. Denn die Zahl ist ein Datum. Der Tag, an dem ihr Gegenüber sterben wird.

Inhalt: Seit ihre Mutter an einer Überdosis Heroin gestorben ist, weiß Jem, dass die Zahlen der Menschen, die sie immer dann sieht, wenn sie jemandem in die Augen blickt, nicht willkürlich sind. Sie sieht dort das Todesdatum.
Sie ist sieben, als ihre Mutter stirbt und lebt von da an mal in dieser, mal in jener Pflegefamilie. Mit 15 ist sie jetzt wahrlich kein einfacher Teenager. Meist zieht sie sich zurück, hat keine Freunde und legt auch keinen Wert darauf.
Das interessiert Spinne jedoch nicht. Mehr durch Zufall hängen die beiden in den nächsten Tagen zusammen rum. Doch als Jem am London Eye die Zahlen der Passanten sieht, weiß sie, dass etwas Schreckliches passieren wird. HalsüberKopf flüchten Spinne und Jem kurz bevor das London Eye durch einen terroristischen Anschlag in die Luft fliegt. Doch Überwachungskameras haben sie gefilmt und nun ist die Polizei hinter ihnen her.
In der festen Überzeugung, dass  niemand ihnen Glauben schenken wird, dass sie mit alldem nichts zu tun haben, verlassen die beiden Jugendlichen London und verstecken sich vor der Polizei.

Meine Meinung:
Die Grundidee des Buches ist sehr spannend und schlägt den Leser meiner Meinung nach sofort in den Bann. Man stelle sich vor, dass man von jedem, dem man begegnet das Todesdatum kennt… erschreckend oder sogar gruselig, oder nicht?
Ich konnte sofort verstehen, dass Jem sich aufgrund dieser Begabung mehr in sich zurückzieht und möglichst wenig mit anderen Menschen zu tun haben möchte. Das ist einfach zu viel Information für ein Kind, für eine Jugendliche, ja selbst für einen Erwachsenen.
So überzeugt Rachel Wards Roman mit zwei gut ausgearbeiteten und authentischen Protagonisten, in die ich mich schnell hineinversetzen konnte, auch wenn Spinne mir manchmal etwas zu aufgedreht war. Aber auch solche Jugendliche soll es geben…
Der Sprachstil ist etwas gewöhnungsbedürftig. Die Geschichte wird vollständig aus Jems Sicht beschrieben und hierbei auch im Ich-Erzähler. Mehr als einmal spricht Jem den Leser direkt an, was sie sympathisch macht, aber auch eine Kommunikationsebene schafft, die es so nicht in vielen Romanen gibt. Oft wirkt die Geschichte weniger niedergeschrieben, als dass Jem vor einem sitzt und sie dem Leser gerade erzählt. Die Sätze sind manchmal sehr kurz, abgehakt oder auch nicht vollständig. Rachel Ward gelingt es so gut ein Gefühl der Mündlichkeit hervorzurufen, dass der Leser beinahe vergessen kann, dass die Geschichte schriftlich festgehalten ist. Natürlich muss man sich darauf einlassen. Jem spricht in einem typischen Jugendjargon, was es manchmal nicht ganz einfach macht ihr zu folgen.  
Der Fantasyanteil dieser Geschichte bildet hauptsächlich den Hintergrund der Geschichte. Über weite Teile der Handlung erleben wir eine relativ normale Jugendliche, die langsam aber sicher erwachsen wird und versucht ihren Platz in dieser Welt zu finden.
Das Ende ist zwar ziemlich melancholisch, passt aber perfekt ins Bild und durch einen Zeitsprung gelingt es der Autorin dem Leser eine gute und auch nötige Portion Hoffnung für Jem und ihre Zukunft mit auf den Weg zu geben.
Cliffhanger sind leider immer ein zweischneidiges Schwert und in diesem Buch kommt er beinahe mit dem Knüppel. Für mich nur etwas abgemildert, weil ich schon wusste, dass es ein Band zwei und drei gibt beziehungsweise geben wird.

Fazit: Ein durchaus gelungenes Jugendbuch, das die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens in einem Problemviertel aufzeigt und gleichzeitig eine schaurige Fantasy-Komponente in die Geschichte einwebt.
Ich vergebe 4 von 5 Punkten.

Numbers – Den Tod im Blick ist von der Jugenjury für den Jugendliteraturpreis 2011 nominiert.

Über die Autorin:  Rachel Ward ist eine Autorin in den Vierzigern. Sie schreibt Bücher für Jugendliche und junge Erwachsene. Mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern lebt sie in Großbritannien in Bath. Auf ihrer Seite kann man hier eine kleine Liste (Like/Don’t Like) sehen.

Kommentare:

  1. oh dir hat das buch wohl um einiges mehr gefallen als mir ...ich habe knapp 3 sternchen gegeben weil der schreibstil so anstrengend war ..aber die idee an sich hat mir gefallen ^^

    lg july

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  2. Mir hat es wirklich gut gefallen.

    Sie Sprache ist anfangs wirklich ungewohnt, aber wie schon gesagt: Ich hatte dann über weite Teile das Gefühl, Jem würde neben mir sitzen und mir ihre Geschichte erzählen. :-)

    Viele Grüße
    Asaviel

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  3. Hallo! Du hast bei meinem Gewinnspiel gewonnen! Herzlichen Glückwunsch:
    http://buchrezensionen-nazurka.blogspot.com/2011/06/gewinnspiel-und-der-gewinner-ist.html

    Liebe Grüße,
    Nazurka

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  4. Mir hat das Buch auch ziemlich gut gefallen. Den 2. Teil hab ich auch schon hier zu Hause liegen =D

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  5. Juhu!
    Rhea, du bist die 100. regelmäßige Leserin! Ich freu mich! Willkommen auf meinem Blog!!! *freu*

    Teil 2 werde ich auch irgendwann lesen. Mal sehen, wann sich ein Kauf oder ähnliches anbietet. ;-)

    Viele Grüße
    Asaviel

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  6. Hey, freut mich ;) Vielleicht hast du ja auch Lust, meinen Blog zu abbonieren, wenn er dir gefällt =)

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  7. @Rhea

    Ist soeben geschehen.
    Heute morgen war ich so begeistert, dass ich das ganz vergessen hab. ;-)

    Und inzwischen sind es sogar 101!!
    Wilkommen! Ich freu mich so über jeden einzelnen von euch... hach... :-)

    Viele Grüße
    Asaviel

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  8. Gratuliere zu deinen 101 regelmäßigen Leser (ich gehöre ja auch erst seit kurzem dazu). :)

    Mir hat der 1. Numbers-Band auch nur mittelmäßig gefallen und ich werde den Nachfolger eher nicht lesen. Aber gottseidank sind die Geschmäcker verschieden...

    LG, Sabine

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  9. Das Bucb war einfach der Hammer.....

    Ich hatte mühe es wieder aus der Hand zu legen.

    Es ist auf jedenfall empfehlenswert.

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  10. Mir hat das Buch auch total gut gefallen und ich freue mich schon drauf die Fortsetzungen zu lesen ;)
    LG Vivi

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  11. Hallo,
    ich habe das Buch heute zu Ende gelesen. Ich fand es von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend und konnte es kaum aus der Hand legen. Was mich nur noch interessieren würde, wäre was denn passiert ist, dass Jem im Krankenhaus war... Habe extra das Kapitel nach Spinnes Fall nochmal gelesen, weil ich dachte, ich hätte was überblättert...
    Werde gleich mit dem zweiten Teil beginnen und bin mal gespannt, was sich die Autorin Neues ausgedacht hat!

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