Freitag, 16. September 2011

[Rezension] Ju Honisch - Salzträume Band 1 und 2 ****

Autorin: Ju Honisch
Titel: Salzträume Band 1 und Band 2
Reihe:
1. Das Obsidianherz
2. Salzträume Band 1
3. Salzträume Band 2
4. Jenseits des Karusells
5. Steinschwingen (bisher nicht veröffentlicht)
Genre: Steampunk
Seiten: 472 & 606
Veröffentlichung: Oktober & November 2009
ISBN: 978-3867620628 & 978-3867620635
Preis: je 15,95 Euro

Ausstattung: Die Salzträume Bücher passen vom Design perfekt zu "Das Obsidianherz". Im Inneren befindet sich eine Personenliste, die mir gerade am Anfang das Lesen erleichtert hat, da man dort etwas über die Verhältnisse der Charaktere zueinander erfährt.

Kurzbeschreibung:
Band 1: Wir schreiben das Jahr 1865. Im Ausseer Land, einem österreichischen Landstrich von mystischer Schönheit, entwickelt ein skrupelloser Erfinder mit Unterstützung eines mächtigen Magiers eine schreckliche Waffe. Die Maschine soll magische Energie in militärische Zerstörungskraft umwandeln. Dazu wurde die Jagd auf die mythischen Fey freigegeben, deren Lebenskraft die Waffe antreiben soll. Charlotte von Sandling, eine junge Frau mit Mut und Prinzipien, befreit einen Feyon aus der Gefangenschaft der Jäger, wodurch sie selbst zur Gejagten wird. Als sie auf der gemeinsamen Flucht im Berg eingeschlossen werden, muß sie feststellen, daß ihr Begleiter nicht so harmlos und nett ist wie bisher gedacht. Zur selben Zeit suchen der britische Ex-Agent Delacroix und sein Freund, der Magier McMullen, nach einem verschwundenen Jungen. Als die beiden kurze Zeit später ebenfalls wie vom Erdboden verschluckt sind, ruft dies drei äußerst tatkräftige Damen in die Gegend, die ihre Liebsten wiederfinden und retten wollen. Da es in der Vergangenheit des Trios pikante Überschneidungen hinsichtlich der Männer gab, gestaltet sich die Zusammenarbeit der Damen nicht immer reibungslos.
Das Wohl und Wehe der Menschen und der Fey hängt jedoch davon ab, daß es gelingt, gemeinsam das Unheil abzuwenden, das nicht nur die Fey, sondern auch die Ausgewogenheit der Welt an sich bedroht. Zwischen Intrige und Selbstlosigkeit, Lüge und Ehrlichkeit, Gewalt und Liebe lassen die Mächte der Berge Mensch und Fey ihren Weg suchen, der ins Leben führen kann, aber auch in den Tod.
Band 2: 1865. Im Toten Gebirge jenseits der idyllischen Seen des Salzkammerguts lauern Gefahr und Tod. Charlotte ist in einem Höhlensystem eingesperrt mit einem Mann, dem Blut lieber ist als Wasser. Delacroix und McMullen irren ausweglos durch den Berg und wecken etwas, das sehr viel besser weiter geschlummert hätte. Drei Frauen, verbunden durch die Liebe zu ihren Liebsten, verlassen sich blind auf die Hilfe dreier Kreaturen, von denen sie weder Ziele noch Hintergedanken kennen. Leutnant Asko von Orven fällt eine folgenschwere Entscheidung, die er noch bereuen wird, und für alle gibt es nur einen einzigen Ausweg und der führt direkt in die mörderischen Hände der Verschwörer. Der Tod wird eine greifbare Größe und sucht sich seine Opfer. Der zweibändige phantastische Roman Salzträume folgt den Traditionen der Schauerromantik, kunstvoll angereichert mit Elementen des Steampunk. Er bleibt damit dem Stil seines Vorgängers Das Obsidianherz treu, und auch ein Großteil der daraus bekannten Hauptpersonen tritt in Erscheinung, um sich erneut unerschrocken dem Bösen entgegenzustellen.

Meine Meinung:
Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn über diese beiden Bücher je eine Rezension zu schreiben. Band 1 endet einfach mitten im Geschehen. Ohne erkennbaren Höhe- oder Wendepunkt und auch ohne ein kleines Ende, sodass man auf jeden Fall sofort mit der Lektüre von Band 2 fortfahren sollte. Es gibt weder stilistisch noch in der Geschichte einen Bruch zwischen den beiden Bänden. Und die Geschichte ist wohl nur wegen der hohen Seitenzahl geteilt worden.
Einfach zu bewerten ist aber eben jene Geschichte nicht. Wir befinden uns im viktorianischen Zeitalter und im Genre des Steampunks. Obwohl die dampfbetriebenen Erfindungen hier keine übergeordnete Stellung einnehmen, ist dies insbesondere am Umgang der Charaktere untereinander zu spüren. Besonders Männer und Frauen folgen im Zwiegespräch einer Etikette, die uns heute völlig fremd ist. So ist auch der Schreibstil dem Zeitalter und der Umgebung perfekt angepasst, was die Lektüre etwas erschwert, da er nicht immer zu unserem heutigen Stil passt. Trotzdem ist es so, dass der Leser sich immer vorstellen kann, dass die Personen tatsächlich so miteinander sprachen und das steigert den Wert des etwas mühsamen Lesens enorm.
Viele der Charaktere kennt der Leser schon aus „Das Obsidianherz“ und hat sie dort lieben gelernt. Corrisande, Delacroix, Cerise, Graf Apard – sie alle und noch einige mehr tauchen auch hier wieder auf und nehmen wichtige Rollen ein.
Durch die besondere Perspektive, die Ju Honisch regelmäßig wechselt, lernt man jeden Charakter einzeln noch gut kennen. Es gibt nämlich nicht nur diverse Handlungsstränge, die immer wieder zeitweise zusammen laufen und sich dann wieder voneinander entfernen, sondern auch innerhalb jedes Strangs werden die Geschehnisse nicht immer aus der Sicht der gleichen Person geschildert, sondern auch das wechselt. Das heißt wir haben bis zu sechs oder sieben Handlungsstränge und wenn in einem davon drei Frauen zusammen sind, wird das Geschehen mal von Frau A, mal von Frau B und mal von Frau C erzählt.
Hierbei geht Ju Honisch häufig auf die Innensicht der Charaktere ein. Ihre Gedanken und Gefühle werden fein herausgearbeitet. Daher ist es manchmal beinahe etwas schwierig dem übergeordnetem Verlauf der Geschichte zu folgen.
Mit magisch begabten Menschen und mit verschiedenen Feyons – einem Vampir wie Graf Apard, einem Traumweber und einem Herren des Wassers – bringt die Autorin dann noch das fantastische Element in diese Geschichte, was ihren Reiz weiter erhöht. 

Fazit: Obwohl die Sprache immer wieder relativ schwierig ist und ich auch manchmal Schwierigkeiten hatte, dem Handlungsverlauf aufmerksam zu folgen, verbirgt sich hinter diesen beiden Buchdeckeln eine wunderbar magische Geschichte, die es wert ist sich beim Lesen etwas mehr Zeit zu nehmen.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen. 


Reiheninfo:
Obwohl Band 1 in sich abgeschlossen, ist es zu empfehlen „Das Obsidianherz“ zu kennen, wenn man sich an „Salzträume“ wagt. Salzträume Band 1 und 2 gehören untrennbar zusammen und Band 2 sollte griffbereit liegen, wenn man Band 1 beendet hat.
Der nächste Band nach „Jenseits des Karusells“ ist schon geschrieben. Aufgrund eines Wechsels ihrer Agentin, sieht es aber derzeit nicht danach aus, als wenn dieses Buch in nächster Zukunft veröffentlicht wird. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. 

Über die Autorin:
Die gebürtige Berlinerin Ju Honisch wuchs in Bayern auf und studierte Anglistik und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Nachdem sie einige Zeit in Irland gearbeitet hatte, kehrte die Autorin und Liedermacherin nach Deutschland zurück und lebt jetzt mit ihrem Mann und diversen Musikinstrumenten in Frankfurt am Main. Im Hexentorverlag veröffentlichte sie bisher eine Sammlung phantastischer Geschichten (Bisse), ihr Debütroman Das Obsidianherz erschien bei Feder&Schwert im Februar 2008 in der Reihe origin und wurde 2009 mit dem Deutschen Phantastik Preis als bestes Romandebüt ausgezeichnet. (Quelle)

1 Kommentar:

  1. Hallo Asaviel!

    Interessant, wie du die beiden dicken Bücher in die Rezi gepackt hast, ohne groß was von der Handlung zu verraten. Wirklich gut gelungen.

    Die Info zu Steinschwingen ist allerdings deprimierend:(. Hoffe sehr, dass wir das doch bald zu lesen bekommen.

    Dir schon mal viel Spaß mit Jenseits des Karussells - das mir noch besser als die Salzträume gefallen hat:).

    LG und schönen Urlaub,
    nia

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