Donnerstag, 27. Oktober 2011

[Rezension] Stephan R. Bellem - Die Wächter Edens ****

Autor: Stephen R. Bellem
Titel: Wächter Edens
Genre: Fantasy
Seiten: 309 Seiten
Verlag: Otherworld
Veröffentlichung: September 2011
ISBN: 978-3800095483
Preis: 14,95 Euro


Klappentext: Die junge Journalistin Arienne stößt auf eine grauenerregende Mordserie an Obdachlosen. Die Opfer sind immer bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Doch die Polizei will der Sache nicht nachgehen. Je mehr Nachforschungen Arienne anstellt, desto mehr wird ihr bewusst, dass die Morde Teil einer uralten Fehde sind. Und plötzlich gerät sie zwischen die Fronten eines Krieges, der schon seit Ewigkeiten tobt. Als der Schweizergardist Antonio plötzlich in eine kleine Kirche mitten in Deutschland geschickt wird, ahnt er nicht, dass sich dahinter das größte Abenteuer seines Lebens verbirgt. Doch schon bald nagt die Frage an ihm, ob er dem charismatischen Vincent wirklich vertrauen kann, oder ob der Mann nicht einer eigenen, dunklen Agenda folgt.

Meine Meinung:
Mit „Die Wächter Edens“ trifft der Autor Stephan R. Bellem genau einen gewissen Zeitgeist. Engel sind gerade groß im Kommen und lösen scheinbar den Vampirhype langsam ab und zugleich schlägt er in eine Kerbe die ungefähr mit „Sakrileg“ von Dan Brown begonnen hat. Man stellt sich in fiktiven Geschichten die Frage, was die Kirche ihren Anhängern bis heute alles verschwiegen haben könnte. Dieses Grundgerüst, dass sich der Leser aus Titel und Kurzbeschreibung zusammensetzen kann, wird vom Verlag mit einem starken Cover noch unterstützt.
Nun folgt der Leser also der Geschichte um die Journalistin Arienne und dem ehemaligen Schweizer Gardisten Antonio. Es lässt sich schnell erkennen, wo die Schnittpunkte zwischen beiden Handlungssträngen liegen und es ist erfrischend, dass nie die Möglichkeit aufkommt, dass sich zwischen unseren beiden Protagonisten eine Liebesgeschichte anbahnen könnte, wie es sonst oft üblich ist bei dieser Konstellation.
Stephan R. Bellem schafft gleich zwei mysteriöse Charaktere, deren Hintergründe und Motive erst am Ende aufgelöst werden. Das sind Nathan und Vincent, die seit Ewigkeiten in einem Zwist, beinahe einem Krieg zu liegen scheinen.
Es ist schade, dass man über keinen der Charaktere ausreichend Information erhält, um sich wirklich direkt in sie hineinzuversetzen. Es ist einzig Ariennes Vergangenheit, die etwas mehr herausgearbeitet wird. Sie ist mir persönlich aber von Beginn an unsympathisch. Dies ist aber ein sehr subjektiver Eindruck, der niemand davon abhalten soll, das Buch zu lesen. Ich konnte mich eher mit Antonio anfreunden und hier kommt auch die positive Seite der wenigen Informationen über ihn zum Tragen: Man kann sich vorstellen, man sei selbst in seiner Situation. Dadurch fragte ich mich schnell, wie ich mich den Verhalten und fühlen würde, wenn ich plötzlich einem „Wächter Edens“ gegenüberstünde.
Gewöhnungsbedürftig war für mich, dass der Autor sich mit Details Zeit lässt, die die Geschichte nicht voranbringen und stattdessen eben die Charaktere so etwas im luftleeren Raum hängen. Hier sei als Beispiel zu nennen, dass mir immer noch völlig unklar ist, warum immer wieder so beharrlich davon geschrieben wird, dass bei Arienne dauernd die Heizung ausfällt. Es nachts also sehr kalt wird und sie immer wieder mit kaltem Wasser duschen muss. Das ist zwar nicht schön für sie, aber ich sehe nicht wieso dieses Detail mehrmals breit ausgeführt werden muss.
Ab ungefähr der Hälfte des Buches war für mich absehbar, worauf die Geschichte hinausläuft. Welche Person am Ende welche Rolle hat und wie das Ganze enden muss. Obwohl ich mit meiner Vermutung auch richtig lag, stellte sich ab diesem Zeitpunkt trotzdem keine Langeweile ein, denn der Weg dahin war noch mit Schwierigkeiten gesäumt und es ist ja trotzdem noch der Gedanke da, dass der Autor einen vielleicht doch noch überraschen könnte. Außerdem gelingt es Stephan R. Bellem mit einem knappen und klaren Schreibstil den Leser mitzuziehen, sodass das Buch kaum aus der Hand gelegt werden kann.
Eine nette Dreingabe sind die vielen Songtitel mit Interpreten, die immer wieder erwähnt werden. Ich stelle es mir nur schwierig für diejenigen, die eben jene Interpreten nicht kennen, die Stimmung der Situation einzufangen, wenn sie nicht wissen mit welcher Musik hier Stimmung erzeugt wird. 

Fazit: Ich hätte mir gewünscht, dass der Autor sich vielleicht 100 oder 150 Seiten mehr Zeit lässt, um die Charaktere auszuarbeiten. Jeder einzelne von ihnen, nicht nur die hier in der Rezension erwähnten, sind grundsätzlich sehr interessant und ich hätte sehr gerne mehr über sie erfahren.
Trotzdem gelingt es Stephan R. Bellem, insbesondere durch einen hervorragenden, mitreißendem Schreibstil, dass ich an der Geschichte dranbleiben musste und das Buch kaum zur Seite legen konnte. Trotz einiger Kritikpunkte kann ich daher ruhigen Gewissens sagen:
Ich vergebe 4 von 5 Sternen. 


Über den Autor: Stephan R. Bellem wurde 1981 in Heidelberg geboren und wuchs auch in der näheren Umgebung auf. Nach einem abgebrochenen VWL-Studium, schloss er eine Bankkaufmann-Lehre ab und hängte dann ein Soziologie-Studium an.

Zum Schreiben kam Stephan R. Bellem über die Rollenspiel-Welt. Als Meister einer DSA (Das schwarze Auge)-Runde konnte er seiner Kreativität beim Erschaffen einer eigenen Geschichte freien Lauf lassen. Später wollte er sein eigenes Rollenspiel-Szenario erschaffen. Die Regeln hat er nie aufgestellt, aber die Welt bildet den Hintergrund für einige seiner Geschichte. So für die Tirlogie „Die Chroniken des Paladins “ und „Bluttrinker "
Stepan R. Bellem führt neben einer Homepage auch einen Blog.

Kommentare:

  1. So lobe ich mir das! Und ich weiß auch, wo du diese Rezi gleich noch hinschicken kannst :-) Da freut sich ein Chefredakteur.
    Ich liebe ja das Cover! Erinnert mich immer das Playstation Spiel "Devil may Cry", da konnte der Prota auch so verrückte Moves mit seinen Waffen :-)
    LG,
    Damaris

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  2. Hey Damaris,
    ich habs ihm noch nciht geschickt. ;-) Werde ich aber gerne tun, wenn ich denn wirklich dabei bin. ;-) Stehen noch im Mailkontakt. ;-)

    Das Cover ist einfach nur klasse ja. :-) Und man hat auch beim Lesen die ein oder andere Szene dieser Art vor Augen. ;-)

    Viele Grüße
    Asaviel

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  3. klingt nach einem buch für mich :)

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  4. Das Cover sieht echt toll aus :o
    Das Buch könnte mir auch gefallen :)

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  5. mhm.... bin noch unschlüssig.... ich setz es mal auf meine Vielleicht-Liste.... ;)

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  6. Bin froh, dass dieses Buch anscheinend besser ist als sein Vorgänger. Das Cover ist definitiv ein Hingucker!

    Viele liebe Grüße,
    Nazurka

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  7. @Nazurka
    Es ist besser als "Das Portal des Vergessens", ja.

    Um hier kein Missverständnis aufkommen zulassen, obwohl ich mir sicher bin, dass du es nicht so meintest, Nazurka, noch der Hinweis:

    "Das Portal des Vergessens" und "Die Wächter Edens" haben rein gar nichts miteinander zu tun. Sind also nicht Vorgänger und Fortsetzung oder ähnliches. Sie sind lediglich vom selben Autor. ;-)

    @Maria
    Mit einer Vielleicht-Liste fang ich gar nicht erst an. Bei mir landet alles erstmal auf der Wunschliste und ich schau dann hin und wieder drüber und sortier aus, wenn ich das Gefühl habe, dass das eine oder andere Buch doch nicht unbedingt notwendig ist. ;-)

    Viele Grüße
    Asaviel

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  8. öhm - also neben meiner Vielleicht-Liste und Wunschliste habe ich sogar noch eine dritte: die Unbedingt-Und-Auf-Jeden-Fall-Am-Besten-Sofort-Liste .... ;))))

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  9. Die Firma dankt ;)

    Nein, wirklich. Ich kommentiere Rezensionen ja nicht häufig, aber in der hier erkenne ich, dass der Text verstanden wurde. Und das macht doch sehr glücklich.

    In meinem Blog werde ich - falls gewünscht - auch gerne einmal ausführen, warum Nathan und Vincent nicht komplett geschildert werden. Aber es geht in die selbe Richtung, wie bei Antonio, soviel kann ich als Hinweis geben.

    Also, vielen Dank :)

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  10. Ui,
    da fühle ich mich aber nun doch von dem Kommentar ein wenig geehrt. :-D Besonders nachdem ich vor einiger Zeit den Blogeintrag über den "Umgang mit Kritik" gelesen habe. ;-)

    Mehr Information über Nathan und Vincet oder aber ein Statement warum es eben nicht mehr Information über sie gibt, würde mich persönlich sehr freuen. Also nur zu ;-)

    Viele Grüße
    Asaviel

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  11. Tolle Rezension, das Buch hört sich echt gut an :) Bin gleich mal Leserin bei deinem Blog geworden, gefällt mir sehr gut :D

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  12. Hehe, ja, zu kritik habe ich ein ambivalentes Verhältnis.
    Und der Blogeintrag bezog sich auch nicht auf die damals kurz zuvor veröffentlichte Rezension zum Roman.

    Aber es ist ja auch so: Man darf/sollte nie über Kritik meckern, da man sonst immer als der im Stolz angegriffene dasteht. Darum habe ich einfach einmal "rundum" geheult, mache es aber ansonsten so, dass ich bei Rezensionen, die ich für besonders gelungen halte, auch sage, dass sie es sind.
    Und das müssen nicht die Rezensionen sein, bei denen der Roman Höchstwertungen bekommt, ganz und gar nicht. Die bekommt man, wenn man den persönlichen Geschmack des Rezensenten zu 100% trifft, was eben schwierig ist.
    Aber hier habe ich einfach das Gefühl, dass meine Ziele für den Roman aufgegangen sind, dass mein Thema verstanden wurde. Und wie es erzählt wird. Die Kritikpunkte kann ich nachvollziehen - mit ein wenig mehr Abstand zu dem Projekt teile ich den ein oder anderen auch (nicht den, mit der knappen Darstellung von Nathan und Vincent *g*).

    Also, wäre es eine Interpretation in der Schule, dann würde ich hier wohl ganz locker 2+ vergeben ;)

    Wie gesagt, das ganze Thema ist für mich - und vermutlich für viele andere Kollegen auch - sehr schwierig. Kritik und so. In dem Roman steckt immerhin ein halbes Jahr harte Arbeit, und wenn es auch selten gelingt, absolut perfekt zu sein, so wünscht man sich das natürlich.
    Und, ohne mich jetzt zu oft zu wiederholen, hier fühlte ich mich einfach in meiner Arbeit verstanden und bestätigt.

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  13. Ui,
    jetzt gibts sogar noch Schulnoten *lacht* Alles klar. Mit ner 2 + kann ich gut leben. ;-) Obwohl ich für eine echte Interpretation ja mehr offen legen dürfte. Ich möchte/darf hier ja schließlich nicht spoilern. ;-)

    Den Blogeintrag zum Thema Kritik hatte ich auch auf gar keine Rezension bezogen. Ich habe ihn so für sich genommen, wie ich ihn eben auf dem Blog vorgefunden habe.
    Aber ich denke, mit Kritik umzugehen ist für jeden nicht so einfach. Egal, was man macht und wo man sein Herzblut reinsteckt...

    Nochmal zu Nathan und Vincent: Es ist ja auch so, dass ich dem Punkt, dass sie eben nicht exakt ins Detail dargestellt sind, auch gewisses Verständnis entgegenbringen kann, auch ohne dass es bisher weiter erklärt wurde. Aber die beiden haben ja schon so das "gewisse Etwas", das ein Frauenherz höher schlagen lässt ;-) und da möchte man dann doch ganz gerne mehr wissen über die beiden "Kerle". Ja... ich kann Noriko sehr gut verstehen *grins*

    Nochmal Grüße
    Asaviel :-)

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