Montag, 2. Januar 2012

[Rezension] Suzanne Collins: Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele *****

Autor: Suzanne Collins
Titel: Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele
Originaltitel: The Hunger Games
Reihe: Die Tribute von Panem
1. Tödlich Spiele
2. Gefährliche Liebe
3. Flammender Zorn
Genre: Dystopie
Seiten: 414 Seiten
Verlag: Oetinger
Veröffentlichung: 17. Juli 2009
ISBN: 978-3789132186
Preis: 17,90 Euro

Klappentext: Überwältigend! Von der Macht der Liebe in grausamer Zeit ... Nordamerika existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung. Alljährlich finden grausame Spiele statt, bei denen nur ein Einziger überleben darf. Als die sechzehnjährige Katniss erfährt, dass ihre kleine Schwester ausgelost wurde, meldet sie sich an ihrer Stelle und nimmt Seite an Seite mit dem gleichaltrigen Peeta den Kampf auf. Wider alle Regeln rettet er ihr das Leben. Katniss beginnt zu zweifeln - was empfindet sie für Peeta? Und kann wirklich nur einer von ihnen überleben? Eine faszinierende Gesellschaftsutopie über eine unsterbliche Liebe und tödliche Gefahren, hinreißend gefühlvoll und super spannend.

Meine Meinung:
Erst war meine Überlegung keine Rezension zu diesem Buch zu schreiben. Es hat Preise bekommen, es ist schon gefühlte tausendmal rezensiert worden, was soll ich da noch sagen? Das waren meine Gedanken vor dem Lesen des Romans. Danach ist die Entscheidung aber ganz klar: Ich muss dieses Buch ebenfalls rezensieren.
Die ersten 150 Seiten ungefähr lesen sich wirklich gut. Es wird die Grundsituation beschrieben, die Funktionsweise der 12 Distrikte, in welchem Verhältnis sie zum Kapitol stehen, Katniss Lebensumstände und sie selbst als Charakter. Mir ist unsere Protagonistin, die uns die Geschichte aus der Ich-Perspektive schildert von Beginn an sympathisch, was den Zugang natürlich erleichtert. Mit klaren und direkten Worten werden eindringliche Bilder gezeichnet, sodass ich beim Lesen mir ab und zu beinahe Kohlestaub von der Kleidung geklopft hätte. Man kann sich gut vorstellen mitten dabei zu sein, durch Distrikt 12 zu schlendern, durch das ganze Elend und fühlt sich dabei wie Katniss ebenfalls elend – nicht weil das Buch schlecht ist, sondern weil die Geschichte schon jetzt nahe geht. In diesem Stadium ist es ein wirklich gutes Buch, aber ich war mir darüber klar, dass die Geschichte selbst noch nicht wirklich begonnen hatte und hoffte auf mehr.
Meine Hoffnung würde erfüllt. Ab dem Moment, in dem die Spiele beginnen, die Tribute ihre Plattformen verlassen dürfen und losrennen, um Lebensmittel kämpfen oder vor den Stärkeren fliehen, konnte ich das Buch kaum noch aus den Händen legen. Jede Seite ist spannend und lässt den Leser nicht mehr los.
Katniss ist ab diesem Zeitpunkt ziemlich lange alleine. Das heißt, dass es keine Dialoge gibt, keine Dialoge geben kann und trotzdem wird es nicht langweilig. Normalerweise lockern Gespräche die Handlung auf, hier haben sie mir keineswegs gefehlt. Ich habe vielmehr verzweifelt mit Katniss nach Wasser gesucht und dabei selbst so viel Mineralwasser in mich hineingeschüttet, wie nie, weil ich das Gefühl hatte ebenso wie die Protagonistin unter dem Durst, der Austrocknung zu leiden.
In jeder einzelnen Situation kann man mit Katniss mitfühlen. Schmunzeln ließ mich ihre Ahnungslosigkeit, was Liebe angeht. Sie muss ihre Rolle spielen und erkennt die Liebe ihres Gegenübers nicht im Ansatz. Das lässt sie sehr naiv wirken, was aber kein Problem ist, da sie sonst wahrscheinlich auch zu perfekt wäre.
Was von vielen schon angemerkt wurde, ist das Thema Gewalt. Man muss sich immer wieder vor Augen führen, dass wir hier ein Jugendbuch vor uns haben. Der Verlag ist ein Jugendbuchverlag, auch die Sprache ist eindeutig den jüngeren Lesern angepasst. Die Handlung ist es über weite Strecken aber nicht. Hier müssen sich Jugendliche, beinahe Kinder mit zwölf, gegenseitig auf brutalste Weise töten. Gleichzeitig wird beschrieben, wie die Menschen dabei jubelnd auf die Bildschirme starren und danach gieren, dass etwas passiert, dass gekämpft wird, dass sich Menschen regelrecht abschlachten. Das ist eindeutig nicht das, was ich Jugendlichen als Pflichtlektüre empfehlen würde. Aber ob das Buch als Roman oder Thriller für Erwachsene so gut funktionieren würde, wage ich gleichzeitig zu bezweifeln.
Ein Teil der Geschichte ist mit dem Ende des ersten Buches abgeschlossen, aber der Leser wird mit einem Cliffhanger und vielen offenen Fragen zurückgelassen, die hoffentlich in Band zwei und drei beantwortet werden.

Fazit: Warum musste ich nun also auch dieses Buch rezensieren, obwohl ich nichts sagen kann, was nicht schon gesagt wurde? Einfach weil ich die Hoffnung habe, dass meine Worte vielleicht auch den letzten unter euch, der noch zweifelt, ob er das Buch wirklich lesen soll, überzeugen kann. Die Geschichte ist so spannend, dass man das Buch kaum zur Seite legen kann. Es lohnt sich wirklich!
Natürlich vergebe ich 5 von 5 Sterne.



Über die Autorin: Suzanne Collins, 1962 geboren, begann ihre Karriere Anfang der 90iger Jahre als Drehbuchautorin für das amerikanische Kinderfernsehen. 2003 veröffentlichte sie mit dem Roman »Gregor und die graue Prophezeiung« den ersten Band einer fünfteiligen Abenteuer-Reihe, die sich schnell zum internationalen Bestseller entwickelte. (Quelle)

Kommentare:

  1. Tolle Rezi, kann dir überall nur zustimmen :)
    Band 2 und Band 3 finde ich persönlich auch ganz toll, bin mal gespannt, ob du das auch so sehen wirst.
    Liebe Grüße

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  2. Super Asaviel. Genau so!!! Ich fand, wie Lena, 2 u. 3 auch ganz toll. 3 hat mich auch sehr erschüttert. Körperlich noch etwas brutaler ist "Ashes". Die Frage, ob junge Jugendliche so etwas lesen sollen, ist durchaus berechtigt.
    Drück,
    Damaris

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  3. Ich habe die Panem-Bücher auch gerade erst verschlungen und bin ähnlich begeistert wie du. Die Geschichte geht einem wirklich sehr nahe. Die nächsten zwei Bände sind da fast noch schlimmer als der erste. Ich habe den letzten Band vor ca. einer Woche beendet und denke immer noch viel darüber nach...

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  4. Ich habe mir den Panem-Schuber gegönnt und mir die Trilogie für 2012 vorgenommen :) Bin gespannt, ob ich auch so begeistert bin.

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