Samstag, 18. Februar 2012

[Rezension] Christoph Lode - Der letzte Traumwanderer


Autor: Christoph Lode
Titel: Der letzte Traumwanderer
Reihe: Pandaemonia-Trilogie
1. Der letzte Traumwanderer
2. Die Stadt der Seelen
3. Phoenixfeuer
Genre: Fantasy
Seiten: 400
Verlag: Goldmann
Veröffentlichung: 15. November 2010
ISBN: 978-3442471737
Preis: 12,00 Euro

Klappentext:  Das Gelbe Buch von Yaro D’ar zu finden ist Liam Satanders einziges Ziel. Es war die letzte Bitte seines Vaters, bevor dieser von den gefürchteten Spiegelmännern ermordet wurde. Auf seiner Suche schleicht sich Liam in den Palast der mächtigen Herrscherin von Bradost ein – ein Ort voller Gefahren und dunkler Geheimnisse. Doch Liam kennt keine Furcht. Um herauszufinden, warum sein Vater sterben musste, würde er es mit jedem Feind aufnehmen. Selbst mit jemandem, der Macht über die Träume der Menschen besitzt ...

Meine Meinung:
Man weiß, dass Träume für jeden Menschen wichtig sind, dass Träume oft das bestimmen, was wir sind. Und damit sind nicht nur die Träume gemeint, die man auch mit offenen Augen hat – also eher Wünsche sind -, sondern eben die Träume, die nachts kommen. Das, was das Unterbewusstsein veranstaltet, während wir schlafen.
„Träume haben Macht. Träume prägen unsere Gedanken und Wünsche, sie bestimmen ob wir glücklich sind, oder nicht. Wer die Träume beherrscht, beherrscht auch die Menschen.“ (Seite 52)
Und genau das will die Despotin Lady Sarka. Die Menschen beherrschen. Darum nimmt sie die Ausbildung Jackons auch selbst in die Hand, denn er ist der letzte Traumwanderer. Die Handlung wird dem Leser nicht nur aus der Sicht des ehemaligen Straßenjungen erzählt. Liam, dessen Vater getötet wurde und der das Buch sucht, ist der zweite Protagonist und schlussendlich Lucien. Lucien ist kein Mensch, er ist einer der wenigen letzten auf der Welt verbliebenen Alben. Und die Alben haben eine ganz besondere Bedeutung für die Träume der Menschen.
Außergewöhnlich ist, dass bei drei Hauptpersonen alle männliche sind. Gleichzeitig zeichnet sich nur eine Liebesgeschichte ab, was ich persönlich beim Lesen erfrischend empfinde. Nicht jede spannende Fantasygeschichte braucht an jeder Ecke ein Liebespaar.
Die gesamte Handlung wird äußerst spannend dargestellt. Nachdem alle drei Hauptcharaktere eingeführt wurden und man sich damit in der Geschichte zu Recht findet, entstehen keinerlei Längen. Atmosphärisch bleibt die Geschichte ab Seite eins auf einem sehr hohen Niveau und entwickelt sich damit zu einem Pageturner. Dadurch, dass sie eher für Jugendliche geschrieben wurde, ist die Sprache eher einfach, was aber nicht negativ angekreidet werden kann. Es ermöglicht ein schnelleres Abtauchen in die neu erschaffene Fantasywelt.
Intrigen, Macht, Einfluss und Manipulation sind wichtige Faktoren dieser Geschichte. Lady Sarka ist eine unrechtmäßige Herrscherin. Es gibt Verschwörungen gegen sie. Gleichzeitig versucht sie Jackon zu manipulieren, ihn auf ihrer Seite fest zu etablieren.
Fabelwesen spielen eine wichtige Rolle, aber weil ihr Macht im Schwinden inbegriffen ist, geben sie sich nicht ununterbrochen die Klinke in die Hand. So geben sie der Geschichte einen Großteil der Würze, ohne dass sie versalzen wird.
„Sie dich doch um: überall Eisen, Städte und Lärm. Die Welt gehört jetzt den Menschen und ihren Maschinen. Darin ist kein Platz mehr für Magie und Geheimnisse.“ (Seite 76)
Die Geschichte spielt nicht in der uns bekannten Welt, hat aber über weite Teile Steampunk-Elemente. Gerade die Luftschiffe und die alchemistischen Tätigkeiten erinnern an das Genre, das gerade einen Aufschwung erlebte, ohne dass hier deutlich auf die Funktionsweise eingegangen wird. Es scheint aber Äther zu sein, der die Maschinen in Bradost laufen lässt. 

Fazit: Alles in Allem findet der Leser hier eine faszinierende und rasante Geschichte, die ihn in eine fremde Welt entführt. Obwohl Menschen hier die Hauptrolle spielen, sind Fabelwesen keineswegs unbekannt. Trotz eines vielschichten Aufbaus entstehen keine Längen und dem Autor gelingt es die Welt in klaren Worten zu darzustellen. Christoph Lode hat alles richtig gemacht!

Gesamtnote: 2
Charaktere: 2
Handlung: 2
Lesespaß: 2


Über den Autor: Christoph Lode, geboren 1977, ist in Hochspeyer bei Kaiserslautern aufgewachsen und lebt heute mit seiner Frau in Mannheim. Er studierte in Ludwigshafen am Rhein und arbeitete in einer psychiatrischen Klinik bei Heidelberg. Heute widmet er sich ganz dem Schreiben. (Quelle


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Kommentare:

  1. Hi Asaviel!
    Schön, dass dir dein Wichtelbuch gefallen hat. Da fällt mir ein, meines muss ich auch irgendwann mal lesen - aber im Moment gehen die schon längst geplanten und ungeplanten Blogbücher vor.
    Was mich noch interessieren würde - warum gab es für Der letzte Traumwanderer 'nur' eine glatte 2? War dir die Sprache doch etwas zu simple? Oder hat dir anderes nicht gefallen? Negative Aspekte kommen in deiner Rezi eigentlich nicht rüber. Und da ich überlege, ob ich die Bücher auch mal lesen sollte?
    Liebe Grüße
    nia

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  2. Ich mochte das Buch auch sehr gerne, weil es auch mal ein bisschen was anderes war. Wie du gesagt hast "erfrischend". Ich muss die Reihe auch unbedingt mal weiter lesen!!
    Ich habe bei Lovelybooks Christoph Lodes historischen Roman (mit Fantasy Einschlag) "Die Bruderschaft der Schwerter" gewonnen und werde dort an einer Leserunde teilnehmen. Bin schon ganz gespannt wie Buch und Autor so sind :)

    Liebe Grüße und ein schönes We :)
    Nanni

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  3. @Nia

    Ja, das Buch hat mir gut gefallen. Danke nochmal :-)
    Warum die glatte zwei? Der Autor hat wirklich nichts falsch gemacht. Alles ist eben "gut". Dabei ist mir aber auch nichts aufgefallen, was ein "sehr gut" bzw. "super" bekommen könnte. Es lässt sich gut und schnell lesen, ich möchte auch die nächsten Bände lesen. Aber Handlung oder Charaktere lassen mich jetzt nicht völlig begeistert oder euphorisch zurück.
    Darum die "2". Ich hoffe, ich konnte es etwas verdeutlichen. :-)

    @Nanni
    Ich möchte die Reihe auch auf jeden Fall weiterlesen. Gerade das Thema "Träume" macht doch sehr neugierig.

    Oh, bin gespannt, was du zu dem historischen Roman sagst. :-)

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende!
    Asaviel

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  4. Liebe Asaviel!
    Alles klar und danke, für die Info. Wollte nur noch mal nachfragen, weil es ja eben doch 3 Bücher sind:). Kenne das auch, dass alles gut ist, aber eben nicht überragend. Doch inzwischen bin ich ja so ein kritischer Geist, dass mir dann über die Zeit meist doch noch was negatives auffällt... bin in jedem Fall überzeugt, dass ich die Reihe auch mal lesen muss. Ungewöhnliche HighFS ist einfach was tolles!
    LG und einen schönen Abend
    wünscht Nia

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