Donnerstag, 2. Februar 2012

[Rezension] Janet Clark - Schweig still, süßer Mund


Autor: Janet Clark
Titel: Schweig still, süßer Mund
Genre: Jugendthriller
Seiten: 349
Verlag: Loewe
Veröffentlichung: Januar 2012
ISBN: 978-3785572740

Klappentext: Ich beobachte dich. Jeden deiner Schritte. Du solltest vorsichtig sein. Zwing mich nicht, auch dich zum Schweigen zu bringen.
Janas beste Freundin Ella ist verschwunden. Auch wenn die Polizei nicht an ein Verbrechen glaubt, steht für Jana eines fest: Ella würde niemals einfach so abhauen. Sie beschließt, auf eigene Faust zu recherchieren. Dabei kommen Dinge ans Tageslicht, die Jana an ihrer Freundschaft zu Ella zweifeln lassen. Und die sie in große Gefahr bringen, denn ihre Suche hat sie dem Täter nahe gebracht. Zu nah.

Meine Meinung:
Der Einstieg in diesen Thriller ist mir alles andere als leicht gefallen und unter anderen Umstände wäre sogar zu befürchten gewesen, dass ich das Buch zur Seite gelegt hätte, um mich einem anderen, das meine Aufmerksamkeit mehr fesseln kann, zu zuwenden. Am Ende bin ich aber froh, dass ich mich durch die ersten gut hundert Seiten gekämpft habe und dann doch noch die Schokoladenseite dieser Geschichte entdecken durfte.
Zu Beginn kam für mich einfach keine Spannung auf. Obwohl es natürlich keine schöne Situation ist, wenn die beste Freundin plötzlich verschwunden ist, konnte mich kein wirklicher Schrecken für die Geschichte gefangen nehmen. Es kamen erst einmal auch nur drei Täter in Frage, von denen einen ausgeschlossen habe. Zusätzlich war die Protagonistin ziemlich anstrengend.
Dies hat sich im Verlauf der Geschichte nicht geändert. Sie ändert ständig ihre Meinung, ist wechsel- und sprunghaft, was es nicht einfach macht ihren Gedanken und Handlungen zu folgen, geschweige denn sie nachzuvollziehen. Aber die Handlung selbst steigert sich spätestens ab Seite 150 erheblich. Plötzlich offenbaren sich Verwicklungen und Geheimnisse in Ellas Vergangenheit, mit denen der Leser so vorher keinesfalls rechnen konnte. Meine Vermutungen, was den Täter betrifft, wurden über den Haufen geworfen. Tatsächlich kann man denjenigen, auf den die Autorin das Augenmerk zu offensichtlich lenkt, gerade aus diesem Grund ziemlich bald ausschließen und der wahre Täter war trotz der Verwicklungen und der Spannungen bald ausgemacht.
Es blieb aber immer noch die Frage nach dem: „Warum?“ und nach dem Ende. Der wahre Täter hat eine aktive Rolle in dieser Geschichte und es war plötzlich nicht mehr so leicht zu erkennen, ob und wie die Personen heil aus allem herauskommen würden. Auf den letzten hundert Seiten konnte ich das Buch folglich auch kaum aus den Händen legen. Besonders das Ende ist an Spannung kaum zu toppen, wird aber leider durch eine unrealistische Wendung auch wieder abgeschwächt.
Gerade für Jugendliche findet sich hier im Ganzen aber sicherlich eine spannende Geschichte, die auch sprachlich der Zielgruppe gut angepasst wurde. Zu der spannenden Suche nach Ella gesellen sich im Hintergrund die normalen Probleme des Erwachsenwerdens: Streit mit den Eltern, die erste große Liebe, Liebeskummer, frisch verliebt sein, die beste Freundin.

Fazit:
Nach leichten Startschwierigkeiten offenbart sich mit Janet Clarks erstem Jugendbuch ein spannender Thriller, der sich gut ins Genre einfügt, Spannung und viele Fragen mit sich bringt ohne zu brutal zu sein oder dem Leser schlaflose Nächte zu bereiten. Ein empfehlenswertes Buch, das aber auch noch Potenzial nach oben zeigt.

Gesamtnote: 2-3
Charaktere: 2-3
Handlung: 3
Lesespaß: 2-3


Über die Autorin: Janet Clark, geboren 1967 in München, arbeitete nach ihrem Studium als wissenschaftliche Assistentin, Universitätsdozentin, Geschäftsführerin und Marketing-Leiterin in Belgien, England und Deutschland. Neben Beruf und Familie beschäftigte sie sich intensiv mit dem Schreiben und veröffentlichte mehrere Kurzgeschichten. Ich sehe dich ist ihr Debütroman. Heute lebt Janet Clark mit ihrem Mann und drei Kindern wieder in München. Hier geht es zur Website der Autorin: *klick*

Kommentare:

  1. Ich hab das Buch noch ungelesen als RE hier und freu mich schon auf's Lesen. Gute Rezi. :)

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  2. Ich hab's mit 3,5 Punkten bewertet, also in etwa so wie du - das Ende ist einfach zu unglaubwürdig, sonst wären es wohl noch 4 geworden...Schöne Rezension, seh ich alles genauso!

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  3. Tolle Rezi! :) Ich will das Buch noch lesen. :D
    Übrigens bin ich gerade auf deinen Blog gestoßen - echt schön hier! :)
    Würde mich sehr über einen Gegenbesuch freuen:
    http://meine-lesewelt.blogspot.com/
    Liebe Grüße und schönes Wochenende,
    Selina

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