Mittwoch, 4. April 2012

[Rezension] Beatrix Gurian - Dann fressen sie die Raben


Autor: Beatrix Gurian
Titel: Dann fressen sie die Raben
Genre: Jugend-Thriller
Altersempfehlung: 14 - 17 Jahre
Seiten: 370
Verlag: Arena
Veröffentlichung: März 2012
ISBN: 978-3401066837

Klappentext: Nach dem vermeintlichen Selbstmord ihrer Schwester fühlt sich Ruby permanent beobachtet und verfolgt. Jemand steckt ihr das Foto eines toten schwarzen Jungen zu. Warum und was hat das mit den rätselhaften Andeutungen ihrer Schwester zu tun, die um ihr Leben kämpft? Die Polizei hält alles nur für einen schlechten fremdenfeindlichen Scherz. Doch dann steht Ruby plötzlich ihrem Verfolger gegenüber.

Meine Meinung:
Besonders auffällig sind schon zu Beginn der Geschichte die verschiedenen Perspektiven, aus denen die Geschichte erzählt wird. Das erschwert zwar etwas den Einstieg erhöht aber auch die Spannung, denn die Abschnitte, die nicht Ruby erzählt, sind äußerst mysteriös und geheimnisvoll. Sie scheinen nur vordergründig die eine oder andere Frage zu beantworten, eigentlich werfen sie eher diverse Fragen auf. Die kurzen Abschnitte werden personal erzählt.
Aber über weite Teile folgt der Leser Ruby im Ich-Erzähler, während diese aufzudecken versucht, was sich wirklich zugetragen hat. Denn es ist klar: Dieses Buch ist nicht auf einem vermeintlichen Selbstmord aufgebaut, der sich dann am Ende als tatsächlicher Selbstmord herausstellt. Nein, es ist alles ein Stück weit komplizierter. Viel komplizierter.
Ruby ist zu Beginn völlig ahnungslos und keinen Ansatz, wer ihre Schwester umgebracht haben könnte. Sie gibt sich daher eher wilden Spekulationen hin, kann aber nach und nach erste Hinweise aufdecken. Hier entwickeln sich spannende Handlungsstränge, mögliche Tathergänge oder Motive, aber auch Alibis. Das meiste davon ist nicht vorhersehbar. Aus diesem Grund bleibt die Spannung im gesamten Verlauf erhalten. Erhöht wird sie dann noch durch den Umstand, dass auch Ruby in Gefahr zu schweben scheint. In Gefahr vor Menschen, von denen sie nicht einmal etwas weiß.
Ruby selbst verhält sich leider aber immer wieder völlig unverständlich, man ist sogar geneigt zu sagen völlig wirr. Obwohl sie von Verfolgern weiß, geht sie noch nachts alleine raus. Sie sucht bestimmte Gegenstände an bestimmten Orten und bricht diese Suche dann immer wieder beinahe grundlos ab. Das ist immer wieder nervenaufreibend und man möchte die Protagonistin förmlich anschreien, doch an dieser Stelle weiter zu machen.
Sobald sich die Zusammenhänge mehr und mehr aufklären und deutlichere Formen annehmen, werden wichtige Themen angesprochen, mit denen sich Jugendliche und auch Erwachsene definitiv beschäftigen sollten. Themen, die zum Nachdenken anregen, anregen sollen und anregen müssen. Sehr gut geeignet, um sich eine eigene Meinung zu bilden.
Für einen Thriller finden sich ziemlich viele Charaktere zusammen. Das hat Vor- und Nachteile. Dem Leser fällt es schwer alle möglichen Täter im Blick zu behalten und damit die eigenen Theorien zu füttern oder zu widerlegen. Gleichzeitig ermöglicht das natürlich der Autorin den wahren Täter etwas mehr Schutz vor dem wachsamen Auge des Lesers zu bieten.
Am Ende wird die Geschichte sauber aufgelöst und die Puzzlestückchen, die ausgestreut wurden, werden zu einem großen Bild zusammengeführt, das gut passt. Ob das Ende wirklich nötig gewesen wäre, ist sicherlich umstritten, aber mich persönlich hat es nicht gestört und es bietet die Möglichkeit die Geschichte um die Protagonisten nach dem Zuklappen im eigenen Kopf noch etwas weiter zu spinnen.

Fazit: Ein spannender Thriller, der alles wichtige für dieses Genre zu bieten hat, aber eine etwas gewöhnungsbedürfte Protagonistin aufweist. Nichtsdestodrotz wird gerade das Zielpublikum, aber auch ältere Leser und Leserinnen, sicherlich von dieser Geschichte in den Bann gezogen.


Gesamtnote: 2
Charaktere: 2-3
Handlung: 2
Lesespaß: 2

Dann fressen sie die Raben - bei Amazon 

Über die Autorin: Beatrix Gurian, geboren 1961, studierte Komparatistik, Italoromanistik sowie Theater- und Literaturwissenschaften. Anschließend war sie Redakteurin bei verschiedenen Fernsehproduktionsfirmen. Seit 2001 ist sie auch als Jugendbuchautorin erfolgreich. Beatrix Gurian lebt gemeinsam mit ihrer Familie in Bayern. (Quelle)

Kommentare:

  1. Ahhh, der erste Arena X-Thriller. Sehr cool! Freu mich ja schon auf den bald erscheinenden von Manuela Martini "Wenn es dunkel wird". Wie gefällt dir denn Finding Sky bisher? Hab mich jetzt entschlossen, auch immer ein Buch auf dem Kindle nebenher zu lesen. Praktisch ein Hauptbuch und eines auf dem Kindle. Lese ja normal immer nur eines, aber ich versuche das jetzt mal...
    Drück!
    Damaris

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es wird auch bestimmt nicht mein letzter x-Thriller gewesen sein.
      Bin schon gespannt, was uns da noch so erwartet.
      Finding Sky ruht gerade wie der gesamte Kindle, weil ich mit den Reziexemplaren soviel zu tun hatte. Nehme ich ab nächster Woche wieder in Angriff. Bin also nicht viel weiter als auf der Messe.

      Bin gespannt, ob es bei dir klappt mit zwei Büchern. Oft kann ja doch eins mehr überzeugen. ;-)

      Viele Grüße
      Asaviel

      Löschen

Ich freue mich auf euren Kommentar!
Und verspreche: Ich werde sie alle beantworten :)