Montag, 28. Mai 2012

[Rezension] Janine Wilk - Die Schattenträumerin


Autor: Janine Wilk
Titel: Die Schattenträumerin
Genre: Fantasy / Jugendbuch
Altersempfehlung: 12-15 Jahre
Seiten: 384
Verlag: Planet Girl
Veröffentlichung: 24. Januar 2012
ISBN: 978-3522502702

Klappentext: In der Nacht verwandelt sich Venedig. Das Wasser in den Kanälen flüstert leise, Schatten legen sich über die kleinen Gassen - und Francesca träumt: Immer näher und näher kommt ihr schrecklicher Verfolger, schon spürt sie seinen Atem im Nacken - und wacht schweißgebadet auf. Von ihrer Großmutter erfährt sie, dass die wiederkehrenden Albträume mit einem Familienfluch zusammenhängen. Einem tödlichen Fluch, der nicht nur sie, sondern ganz Venedig bedroht. Nur ein Buch von dämonischer Natur kann den Fluch lösen und Venedig davor bewahren, in den Fluten zu versinken. Doch um es zu finden, muss sich Francesca dem Mann aus ihren Albträumen stellen. Eine atemlose Jagd beginnt... 

Meine Meinung:
Als erstes fällt optisch die wunderschöne und liebevoll gestaltete Aufmachung dieses Buches ins Auge. Ist das Cover noch relativ normal, sieht man schon beim ersten Aufschlagen, dass jede einzelne Seite mit zwei Schnörkeln verziert ist. Jeder Kapitelbeginn greift das Tor vom Cover erneut auf und entführt den Leser damit in die Lagunenstadt Venedig.
Was optisch beginnt, wird von den Worten der Autoren und einer sehr atmosphärischen Erzählweise aufgegriffen. Man findet sich schnell in dieser Stadt wieder, ob man sie schon einmal besucht und ein genaues Bild vor Augen hat oder ob man sich in eine fremde Welt entführen lässt, ohne Zweifel sieht man die Häuser, das Wasser, die Kanäle, die Gondeln und kleinen Boote vor sich. Ganz so als wäre man selbst dabei und würde an Francescas Seite miterleben, was ihr während ihres Aufenthalts in Venedig widerfährt.
Francesca ist die alleinige Protagonistin. Ihr folgt der personale Er-Erzähler durch den gesamten Handlungsverlauf. Der Leser erfährt viel über ihr Innenleben, ihre Gefühle und Gedanken, aber sieht gleichzeitig nur das von Francescas Mitmenschen, was das Mädchen erkennen kann. Für ein Jugendbuch ist sie als Hauptcharakter sehr jung. 13 Jahre soll sie sein, doch sie wirkt grundsätzlich älter, reifer und geht mit den meisten Situationen, die selbst Erwachsene sehr erschrecken würden, sehr locker um und steckt sie weg, als wäre es nichts. Das wirkt in manchen Situationen etwas unglaubwürdig.
Im Ganzen bleibt Francesca, wie auch die Nebencharaktere, oft etwas blass und farblos, über weite Teile sogar ziemlich naiv, was nicht dazu passt, wie es zum Beispiel verkraftet dabei zu sein, als ein Mann stirbt. 
Die meisten Pluspunkte kann die Geschichte durch die sehr spannende und dichte Erzählung gewinnen. Es kommen keinerlei Längen auf. Ist der Leser der Meinung, er hätte sich an eine Situation gewöhnt, geschieht die nächste unerwartete Wendung oder die Jugendlichen finden den nächsten entscheidenden Hinweis.
Träume sind derzeit ein beliebtes Thema in Jugendbüchern und hier deutet es sich ja schon im Titel an. So ist es manchmal nicht ganz einfach zu durchschauen, wann Francesca träumt, wann sie etwas wirklich erlebt, was ebenfalls einen spannungssteigernden Effekt hat.
Obwohl das Ende etwas melancholisch ausfällt, ist es doch auch versöhnlich und bietet einen wirklichen Abschluss. Hier hat der Leser es also mit einem der selten gewordenen Einzelbänden zu tun. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und steht alleine für sich.
Fazit: Eine atmosphärisch sehr dicht erzählte Geschichte, die den Leser nach Venedig entführt und ihn dort auf eine geheimnisvolle, teils sogar gruselige Reise mitnimmt. Dabei bleiben die Charaktere oft nur schattig, erreichen wenig Farbtiefe, aber um so mehr überzeugt aber der Erzählstil und bereitet einige schöne Lesestunden.


Gesamtnote: 2
Charaktere: 2-3
Handlung: 2
Lesespaß: 2


Über die Autorin: Janine Wilk wurde am 07.07.1977 als Kind eines Musikers und einer Malerin in Mühlacker geboren. Schon von Kindesbeinen an war die Literatur sehr wichtig für sie, mit elf Jahren schrieb sie ihre ersten Geschichten. Mit Anfang zwanzig begann sie mit der Arbeit an ihrem ersten Buch und schon bald folgten die ersten Veröffentlichungen im Bereich Lyrik und Kurzprosa. Janine Wilk lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Nähe von Heilbronn.(Quelle)

Kommentare:

  1. Das Buch ist ein heißer Kandidat für die nächste Woche, wenn es Gehalt gibt ;-) Da ich leider bei BdB kein Glück hatte, muss es nun auf diesem Weg zu mir. Schöne Rezi, ich freue mich drauf!

    Liebe Grüße
    Marleen

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    1. Hey,

      danke :)

      Ich halte mich beim Bücherkauf im Moment strikt zurück. Hier liegen so viele ungelesene Bücher, die müssen erst einmal abgearbeitet werden.

      Grüße
      Asaviel

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  2. Schöne Rezi!!!
    Ich hätte ja auch Lust auf eine literarische Reise nach Venedig... hmmm, ich behalte das Buch mal im Auge und lese noch weitere Rezis.
    Bis Mittwoch, ich freue mich!
    Liebe Grüße
    Anka

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    1. Morgen ist es soweit!!! *freu*

      Und wenn du das Buch gelesen hast, willst du unbedingt nach Venedig, weil alles so eindrücklich beschrieben wird. So gehts mir zumindest ;)

      Grüße

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