Dienstag, 5. Juni 2012

[Rezension] Michael Peinkofer - Splitterwelten

Autor: Michael Peinkofer
Titel:
Splitterwelten
Reihe:
Splitterwelten-Saga
Genre:
Fantasy
Seiten:
576
Verlag: Piper
Veröffentlichung: März 2012
ISBN:
978-3492702072
Preis: 16,99 Euro

Klappentext: Gildenmeisterinnen bewahren den fragilen Frieden auf den Welteninseln. Dort haben die Menschen die Vorherrschaft über Animalen und Chimären gewonnen, die als niedere Geschöpfe betrachtet werden. Und die Unterdrückten begehren auf. Es kommt zu tödlichen Angriffen – und die Hinweise mehren sich, dass die Verschwörer sich den endgültigen Sturz der Meisterinnen zum Ziel gesetzt haben. Die Gildenschülerin Kalliope begibt sich mit ihrer undurchsichtigen Meisterin Cedara auf eine Mission, die sie zu den gefährlichsten Geheimnissen der zersplitterten Welt führen wird. Und alle Zeichen deuten darauf hin, dass der Untergang kurz bevorsteht 

 Meine Meinung: 
Auch wenn die Ideen, die in diesem Buch kombiniert werden, nicht gänzlich neu sind, sind sie doch auch nicht so oft gebraucht worden, dass sie schon ihren Reiz verloren hätten: eine Welt, die aus Splittern besteht. Jeder Splitter ist nur fliegend zu erreichen. Es gibt nicht nur Menschen, sondern auch Animale, die eine Mischung aus Mensch und Tier zu sein scheinen. Und das Ganze dann eingebettet in eine mittelalterliche Welt, die durch ein eigenes Magiesystem aufgewertet wird. Klingt äußerst vielversprechend und die Geschichte kann auch überzeugen.  Sie bietet genau das, was man von High-Fantasy erwartet: Viele Charaktere, mehrere Handlungsstränge, die nur lose oder sehr spät miteinander verknüpft sind und ein unmittelbarer Beginn. Der Leser braucht auf jeden Fall einige Zeit, um sich zurecht zu finden in dieser Geschichte. 
Besonderen Reiz üben natürlich die Animalen aus. Es gibt, wie es scheint, alle Tiere. Ständige Begleiter wird ein menschliches Chamäleon und ein Panther. Leider bleiben die Informationen über diese Wesen lange Zeit bruchstückhaft. Gleichzeitig macht das Gesellschaftssystem äußert neugierig. Während die Gilde diese Animalen verabscheut und die Menschen für die Krone der Schöpfung halten, werden die Menschen in anderen Regionen der Welt von eben jenen Animalen als Sklaven gehalten. Diese krassen Gegensätze fördern natürlich das Konfliktpotenzial.
Schwierigkeiten hatte ich mit der Sprache. Immer wieder kam das Gefühl auf, dass der Autor zwischen zwei Stühlen schwebt. Einerseits einem klaren Stil, das einfach, aber eindringliche Bilder zeichnet. Andererseits aber der Versuch mehr poetische Wendungen oder fast schon vergessene Wörter in seine Geschichte mit aufzunehmen. So sind mir die Adjektive "feist" und "tumb" zwar durchaus geläufig, aber lassen den Lesefluss doch stocken, wenn sie immer mal wieder völlig unerwartet die sonst einfach, klare Sprache durchbrechen.
Die Illustrationen, die allem Anschein nach mit Bleistift gezeichnet wurden und mal einen Charakter zeigen, mal aber auch gewisse Gebäude oder Fortbewegungsmittel, sind mit ergänzenden Notizen versehen und natürlich schlicht ein Hingucker. Dadurch erscheinen die einzelnen Personen viel schneller vor dem inneren Auge. Die Aufmachung des gesamten Buches ist besonders, denn niemand man von der eckigen Form her an, dass es ein Taschenbuch ist, wird man mit einem Hardcover überrascht, das ich in dieser Art vorher noch nicht gesehen habe.
Kritisiert werden muss die Charakteraufteilung. Über weite Teile wird die Geschichte in drei Handlungsstränge aufgeteilt. Soweit so gut. Jeder Handlungsstrang wird in der Hauptsache von einem Protagonisten getragen und hier kommt das Problem: Alle drei waren mir zu ähnlich untereinander. Sie waren alle drei relativ jung und unerfahren. Zwei Gildeschülerinnen, beste Freundinnen bis sie getrennt werden, haben schon grundsätzlich die gleichen Voraussetzungen. Dazu kommt ein Sklavenjunge, der ebenfalls unerfahren ist und in die Situation hineinstolpert ohne zu wissen, wie ihm geschieht. Alle drei machen jeweils ihre eigene Entwicklung durch, das sollte klar sein. Trotzdem hätte ich es Spannender gefunden, wenn zumindest eine Perspektive sich mehr auf eine der älteren Charaktere konzentriert hätte, die jetzt eher zu Nebenrollen degradiert wurden.

Fazit: Alles in allem ein gelungener Auftakt für eine neue Saga, die voraussichtlich drei Bände umfassen soll. Sie bietet nicht völlig Neues, setzt es aber neu zusammen und schafft damit eine spannende Welt, in die man gerne abtaucht. Über die Schwächen kann man in den meisten Fällen ganz gut hinwegsehen.

Gesamtnote: 2-3
Charaktere: 3
Handlung: 1-2
Lesespaß: 2-3

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Über den Autor: Michael Peinkofer, 1969 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaften und arbeitete als Redakteur bei der Filmzeitschrift »Moviestar«. Mit seiner Serie um die »Orks« avancierte er zu einem der erfolgreichsten Fantasy-Autoren Deutschlands. Seine Romane um »Die Zauberer« wurden zu Bestsellern.

Kommentare:

  1. Hi Asaviel, ich habe schon mit Spannung auf deine Rezension gewartet. Ich lese "Splitterwelten" jetzt auch gerade, habe schon etwa 150 Seiten durch. Ich denke, dass mir das Buch noch weitaus besser gefällt als dir.

    Mit der Sprache muss ich dir teilweise recht geben, man muss sich erst mal daran gewöhnen am Anfang. Und zumindest ich brauche für solche Bücher dann auch echt Ruhe, nebenbei mal kurz unterhalten, das reißt mich viel mehr raus, als bei Büchern mit "einfacher" Sprache. Die Unterschiede zwischen "gehobener" und "direkter" Sprache sind mir jetzt noch nicht so aufgefallen, ich werde mal drauf achten.

    Das mit den drei Charakteren, die alle gleiche Voraussetzungen haben, finde ich nun überhaupt nicht schlimm, bis jetzt jedenfalls. Offenbar steuern Kalliope und Prisca in völlig verschiedene Richtungen, da ihre Meisterinnen gegensätzliche Charaktere sind. So denke ich es mir jedenfalls. Auch Kieron ist jetzt mehr oder weniger das "Anhängsel" einer Gaunerbande. Er wird höchstwahrscheinlich eher Unfrieden stiften und die "Gilde-Mädels" versuchen aber den Frieden zu bewahren. Ich finde das jetzt nicht ZU ähnlich, bisher wie gesagt. Mal schauen wie es weitergeht :-)

    Ich bin bisher total begeistert. Noch in diesem Jahr erscheint die Trilogie "Zauberer" von Peinkofer, alle drei Bände in einem Buch. Steht seit meinem bisherigen Leseerlebnis mit "Splitterwelten" jetzt auf meiner Wunschliste :-)

    Ach, ich muss weiterlesen ;-)

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    1. Wie gesagt: Ein gutes Buch, aber es gibt andere High-Fantasy, die mich deutlich mehr begeistert hat.
      Ich weiß noch nicht sicher, ob ich die Saga weiterlesen werde, freue mich aber für dich, dass es dir so gut gefällt. Zum Glück sind die Geschmäcker ja verschieden ;)

      Grüße

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  2. Sofort auf die Wunschliste gesetzt ^^ Hört sich toll an, muss ich unbedingt haben.

    Liebe Grüße Ina

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