Dienstag, 13. November 2012

[Rezension] Sarah Pinborough - Der Atem der Apokalypse

Quelle
Autor: Sarah Pinborough
Titel:
Der Atem der Apokalypse
Originaltitel:
The Chosen Seed
Reihe:
The Dog-faced Gods-Trilogie
1. Die Bürde des Blutes
2. Die Farben der Finsternis
3. Der Atem der Apokalypse
Genre:
Mystery-Thriller
Seiten:
431
Verlag:
Überreuter
Veröffentlichung:  19. September 2012
ISBN: 978-3800056873
Preis: 16,95 Euro

Klappentext: Cass Jones ist auf der Flucht. Er wird des Mordes verdächtigt und gleichzeitig von dem mysteriösen Netzwerk gejagt. Schwierige Voraussetzungen, um seine letzten Ziele zu erreichen: die Identität Castor Brights zu enthüllen und seinen verschleppten Neffen Luke ausfindig zu machen? sowie den wahren Grund für dessen Entführung zu erfahren? (Quelle)


Meine Meinung:
"Der Priester hatte nicht gesagt, dass auch Cass ein guter Mensch sei, aber das war ihm egal. Er wusste genau, wie weit er in die Grauzone zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Gut und Böse vorgedrungen war." (Seite 10)
"Der Atem der Apokalypse" ist der Abschluss einer Trilogie, die meiner Meinung nach viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat. Die mysteriösen Umstände, in die der Protagonist Cass Jones schon in Band 1 verwickelt wird und deren vollständiges Bild erst jetzt am Ende enthüllt wird, machen aus dieser Geschichte ein Pageturner. 
Wieder steht natürlich Cass Jones im Mittelpunkt der Handlung, wenn auch die Perspektive immer mal wieder wechselt, um den Leser auch Einblicke in das Handeln des mysteriösen Mr. Bright oder anderen Figuren zu geben. Leider hat der suspendierte und inzwischen vom FBI verfolgte Detectiv Inspector Cass Jones im Vergleich zu Band 1 und 2 eine Portion seines Charmes und seines Witzes verloren. Er steht nicht mehr so klar in einer Grauzone, dass es ihn besonders interessant machen würde. Das ist sehr zu bedauern, denn gerade im Auftaktband war es dieser Charakter, der mich besonders in seinen Bann gezogen hat. 
Es ist zu empfehlen alle drei Bände am Stück direkt hintereinander zu lesen. Sarah Pinborough nimmt sehr viele Fäden auf, verknüpft sie an einem Punkt, löst sie wieder an anderer Stelle. So ergibt sich eine spannende Geschichte mit sehr vielen offenen Fragen und durch den Fantasyeinfluss starkem mysteriösem Einfluss. Wenn man nun die einzelnen Bücher mit größerem Abstand von mehreren Monaten oder gar einem Jahr gelesen hat, also jeweils bei erscheinen, ist es nicht so einfach wieder in die Geschichte zu finden, die Handlung der letzten Bände zu rekapitulieren und sich die offenen Fragen ins Gedächtnis zu rufen. Da jetzt alle drei Bände erschienen sind, wäre es aber kein Problem sie gemeinsam zu lesen. 
Am Ende erwartet den Leser nicht nur ein fulminanter Abschluss, sondern auch eine gute und sinnvolle Auflösung einer Geschichte, die streckenweise so verzwickt und so mysteriös wirkt, dass der Leser schon befürchten muss, dass es kein befriedigendes oder überhaupt akzeptables Ende geben kann. Diese Befürchtung kann aber beschwichtigt werden. Der Autorin gelingt es alle Fäden zusammen zuführen und alle wichtigen offenen Fragen zu beantworten. So soll es sein. 
Dabei gibt es wieder Kriminalfälle, die gelöst werden müssen, denn Menschen werden absichtlich mit einem tödlichen Virus infiziert. Hier findet sich der Täter und auch die Geschichte um Cass' Neffen wird endlich aufgelöst. 
Die Sprache ist durchgängig ihren Protagonisten angepasst und viele von ihnen nehmen kein Blatt vor den Mund, scheuen sich insbesondere nicht zu fluchen. Es passt, wie schon in den Bänden zurvor, gut in die Geschichte. 
Unverständlich für mich ist und bleibt, dass diese Trilogie als Jugendbuch beworben wird. Für mein Verständnis ist 14 Jahre zu jung, um dieses Buch zu lesen. Es fließt viel Blut, es wird gefoltert - psychisch wie physisch -, die Menschen begehen Gräueltaten, die einem die Haare zu Berge stehen lassen und in der Handlung wird  nicht an Horror-Elementen gespart. Daher ist es viel eher ein Buch für Erwachsene, frühestes Lesealter meiner Meinung nach: 16 Jahre.
"Sieht so aus, als hätte mich alle gut im Blick gehabt. Ein Wunder, dass ihr beim Beschatten nicht übereinander gestolpert seid."
"Immer noch frech wie Dreck."
"Gehört zu meinem Charme." (Seite 108)

Fazit: Der gelungene Abschluss einer Trilogie, die Leser und Protagonisten in Atem hält und einiges abverlangt. Die Geschichte ist mysteriös und verzwickt, sodass der Leser achtsam alle Handlungen verfolgen muss, um nicht den Überblick zu verlieren. Am Ende wird alles sinnvoll aufgelöst.

Gesamtnote: 2
Charaktere: 2
Handlung: 2-3
Lesespaß: 2


Über die Autorin: Sarah Pinborough wurde 1972 in Buckinghamshire geboren und lebt heute nur ein paar Meilen von ihrem Geburtsort entfernt nachdem sie ihre Kindheit damit verbracht hat, in der Welt umherzureisen (ihr Vater, inzwischen in Rente, war Diplomat). Mit acht Jahren packte sie ihren Koffer und verließ den Mittleren Osten, um dann zehn Jahre in einem Internat zu verbringen. Die Erinnerungen an diese Zeit geben ihr viel Material für ihre Mysterythriller und Horrorgeschichten. (Quelle)
Weitere Bücher des Autors:  


 

Kommentare:

  1. Hallo, Asaviel.
    Wenn Du anmerkst, daß DI Jones Charme wie Witz eingebüßt hat, siehst Du besagten Mangel im handwerklichen? Oder bleibt es der Entwicklung der Figur geschuldet?

    Sich die Trilogie für den langen Winter zu besorgen ist eine gute Idee.

    bonté

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    1. Hallo,

      Es liegt sicherlich zu sehr großen Teilen an der Entwicklung der Figur und an dem, was er eben durchmachen muss.
      Naja, Leseratten geht dann aber schnell der Lesestoff aus, bei einem langen Winter und diesen drei "Büchlein". ;)

      Grüße

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  2. Das Cover ist echt toll!
    Hatte von dem Buch noch nie gehört....

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