Autor: Gabi Neumayer
Titel: Als die Welt zum Stillstand kam
Genre: Dystopie/Jugendbuch
Titel: Als die Welt zum Stillstand kam
Genre: Dystopie/Jugendbuch
Veröffentlichung: 20. August 2012
ISBN: 978-3407811202
ISBN: 978-3407811202
Klappentext: Die Freunde Celie, Alex und Bernie könnten ein rasantes Leben genießen und sich sehen, wann und wo immer sie wollten. Doch der tragische Tod von Celies Mutter, Erfinderin des Tornetzes, hat einen Schatten auf ihre Freundschaft geworfen. In ihrer Trauer will Celie alles hinter sich lassen. Bis plötzlich die Katastrophe eintritt – das Netz versagt. Wie alle anderen auch sitzen die drei Freunde fest: Alex in Berlin, Celie in Irland, Bernie in der mecklenburgischen Wildnis. Jeden Tag fällt die Welt um sie herum ein Stück mehr auseinander: Städte ohne Strom und Wasser werden zu Todesfallen, Krankheit, Hunger und Gewalt breiten sich aus. Die zivilisierte Welt kollabiert. Celie, Alex und Bernie müssen jeder für sich ums Überleben kämpfen. Und sie müssen einander finden. Denn vielleicht hat der Tod von Celies Mutter etwas mit dem Zusammenbruch des Netzes zu tun ... Ein spannender und beunruhigender Roman von Gabi Neumayer über die Auswirkungen des Zusammenbruchs der modernen Welt, wie wir sie noch nicht kennen.
Meine Meinung:
"Die meisten von uns waren auf ihrem kleinen Stück Treibeis gestrandet und trieben ziellos umher. Und nur die wenigsten ahnten, dass die verheerenden Stürme erst noch kommen sollten" (Seite 7)
Erwartet hatte ich beinahe, dass wir mitten drin
starten, dass das Netz schon zusammengebrochen ist, dass Chaos herrscht und man
sich gemeinsam mit den Charakteren in diesem Chaos zu Recht finden muss. Aber
so ist es nicht. Die ersten paar Kapitel bleibt alles ruhig. die drei
Protagonisten Celie, Alex und Bernie werden eingeführt, es gibt durch
Rückblicke mit Hilfe von Tagebucheinträgen mehr Hintergrundinformation. Die
Spannung ist trotzdem von Beginn an hoch. Das ist der Idee des Beamens zu
verdanken. Man wünscht es sich ja so oft, dass es ganz einfach möglich wäre und
hier ist es nun Alltag. Im Jahr 2036.
Schon in den wenigen Kapiteln, in denen man die
Protagonisten kennen lernt, erkennt man auch ihre Stärken, ihre Schwächen und
ihre wichtigen Charakterzüge. Sie drei sind alle sympathisch und alle
grundverschieden, dabei kann man sich schnell in jeden von ihnen hinein fühlen.
Die Tagebucheinträge sind ein schönes Mittel, um die Zeit zwischen Jetzt und der
Zukunft zu überbrücken, zu verstehen wie die Welt geworden ist, wie sie 2036
ist. Die Erzählerperspektive wechselt regelmäßig zwischen den drei
Protagonisten und um einen Einblick ins gesamte Weltgeschehen zu geben, werden
auch in bedeutenden Situationen komplett fremde Charaktere gezeigt. Diese muss
man nicht genau kennen, um zu verstehen, was uns die Autorin zeigen will. Zum
Beispiel das Chaos, das in dem Moment entsteht, wenn plötzlich das Netz zum
Beamen ausfällt.
Damit wird ein realistisches Szenario der Zukunft
aufgebaut. Gabi Neumayer gelingt es ohne Schwierigkeiten etwas zu erschaffen,
dass man sich wirklich vorstellen kann, dass der Leser als mögliche Zukunft
annehmen kann. Unterstützt wird dies durch die vielen wissenschaftlichen
Aspekte, die angesprochen werden. Das ist ein zweischneidiges Schwert, denn die
einen werden die wissenschaftliche Seite faszinierend finden, wissen wollen wie
das Beamen und die Roboter funktionieren, für andere ist es eher anstrengend
und mühsam sich da durch zu kämpfen. Das muss jeder für sich selbst
entscheiden. Aber beide Parteien kommen auf ihre Kosten, denn die Haupthandlung
kommt nicht zu kurz. Es werden viele verschiedene Fragen und Probleme
aufgeworfen. Die Charaktere gehen unterschiedlichen Problemen nach, bevor sie
erstmals aufeinander treffen und so bricht der Spannungsbogen niemals
ein.
All diese Punkte führen dazu, dass das Buch trotz
einer eingängigen Sprache konzentriert gelesen werden muss, um die
Zusammenhänge zu verstehen und immer mittendrin zu sein. Andernfalls kann es
passieren, dass die Geschichte mehr an dem Leser vorbeifließt, ohne dass er
davon berührt wird. Hier ist die Altersempfehlung ab 12 vielleicht etwas zu
früh angesetzt.
Besonders bemerkenswert, aber gleichzeitig nur
ein Detail, ist dass die Autorin vermittelt, wieviel sie von Sprache versteht.
Das Buch spielt in der Zukunft und Gabi Neumayer legt ihnen Worte in den Mund,
die heute definitiv nicht zur Alltagssprache gehören. So wird in Fremdsprachen
(Spanisch und Hindi) geflucht, das ist ganz normal, so wie wir heute einige
englische Kraftausdrücke benutzen. Und statt "mega-", wie in
"megacool", heißt es jetzt "tera-", also
"teracool". So funktioniert Sprache. "Mega" ist irgendwann
langweilig und aufgebraucht, dann suchen sich die Sprecher neue Ausdrücke, ganz
intuitiv ohne sich darüber Gedanken zu machen. Das wird hier im Buch nicht
erklärt und wer es nicht weiß, kann sich eventuell an diesen ungewohneten
Ausdrücken stören. Wer es aber weiß, kann es anerkennen und den Flair des
Zukünftigen auf sich wirken lassen.
Fazit: Eine Geschichte mit einem
spannenden Zukunftsszenario, das den Leser schon auf den ersten Seiten zu
faszinieren weiß. Viele Fäden werden am Ende zu einem realistischen und
durchaus befriedigenden Ende zusammengeführt, bei dem aber sicher nicht alles
voller Friede und Freude ist. Obwohl Gefahren durch neue Erkenntnisse der
Wissenschaft sowie Fehler der Menschheit angesprochen werden, verzichtet die
Autorin auf den erhobenen Zeigefinger und regt trotzdem zum Nachdenken an.
Gesamtnote: 1-2
Charaktere: 1
Handlung: 2
Lesespaß: 1-2
Über die Autorin: Gabi Neumayer wurde 1962 geboren. Sie lebt und arbeitet seit einigen
Jahren in Bergheim. Nach dem Studium der Linguistik in Köln arbeitete
sie als Fachautorin und Redakteurin für verschiedene Zeitschriften und
Loseblattwerke, schrieb Ratgeber über verschiedene Themen auf dem Gebiet
des berufliches Schreiben und betreute als Lektorin zahlreiche
Sachbücher.
Inzwischen schreibt sie vor allem für Kinder – unter anderem Krimis,
Science-Fiction-Geschichten, deutsch-englische Lernkrimis und Bände für
die Sachbuchreihe „Frag doch mal die Maus!“. (Quelle)
Auf ihrer Seite findet man noch einige weitere Informationen zu den Charakteren aus "Als die Welt zum Stillstand kam", sowie auch zur Welt und zum wissenschaftlichen Teil: *klick mich*







