Montag, 11. Februar 2013

[Rezension] Brent Weeks - Die blendende Klinge

Quelle
Autor: Brent Weeks
Titel:
Die blendende Klinge
Originaltitel:
The blinding Knife
Reihe:
The Lightbringer
1. Schwarzes Prisma
2. Die blendende Klinge
3 und 4 in Vorbereitung
Genre:
High-Fantasy
Seiten:
960
Verlag:
Blanvalet
Veröffentlichung: 21.1.2013
ISBN:
9783442268337
Preis: 15,00 Euro
 Die blendende Klinge - bei Osiander
Die blendende Klinge - bei Amazon

Kurzinhalt:
Gavin Guile stirbt. Der hoch geehrte Lord Prisma glaubte, er hätte noch fünf Jahre zu leben – doch jetzt bleibt ihm nicht mal mehr eines. Viel zu wenig Zeit, um auch nur seine drängendsten Probleme zu lösen: Denn die alten Götter werden wiedergeboren und setzen sich an die Spitze einer unbesiegbaren Armee, die Tausende von verängstigten Flüchtlingen vor sich hertreibt. Gavins einzige Chance, dem tödlichen Chaos Einhalt zu gebieten, könnte ausgerechnet sein Bruder sein – dessen Leben er vor sechzehn Jahren raubte…(Quelle)

Meine Meinung:

"Ihr kommt jetzt mit uns" sagte sie.
"Natürlich", erwiderte Gavin.
"Das war keine Bitte."
"Doch, war es", widersprach Gavin. "Wenn man nicht die Macht hat, Gehorsam zu erzwingen, äußert man definitionsgemäß eine Bitte." (Seite 81)

Wie so häufig ist es ein Jahr her seit der erste Band erschienen ist und in der Zwischenzeit wurden dutzende andere Bücher gelesen. Also gilt es zu Beginn der Geschichte erst einmal im Gedächtnis zu kramen und zusammenzusetzen, was denn in Band 1 passiert ist. Brent Weeks liefert dafür durch die Gespräche der Charaktere eine Gedächtnisstütze, beginnt aber keine Nacherzählung. Das ist für alle jene, die das Glück haben die Bücher am Stück zu lesen, sehr angenehm. Und diejenigen, die sich gedulden mussten, müssen nun eben erst einmal ein wenig grübeln. Aber schnell kommt die Geschichte wieder ans Tageslicht, denn schon der erste Teil konnte voll auf überzeugen. 
Der Leser geht wieder an der Seite der bekannten Charaktere: Kip, Karris, Gavin und Dazen. Sie alle haben ihre besonderen Eigenarten, sind besonders fein herausgearbeitet und charakterisiert. Auch Liv begegnen wir wieder. Diese kommt meiner Ansicht nach aber etwas kurz, um sich wirklich in sie hineinzufühlen. Sie ist ja zur Seite des Farbprinzen gewechselt und die kurzen Ausschnitte geben zwar einen Einblick in das feindliche Lager, aber lassen nur wenig Zeit, um sich als Leser näher mit Liv zu identifizieren.  
 "Freiheit ist nicht das höchste Gut. Die Macht ist es. Denn ohne Macht kann dir deine Freiheit genommen werden." (Seite 514)
Dafür folgt man Kip, Karris und Gavin bzw. auch Dazen umso intensiver. Sie werden noch genauer dargestellt. Der Leser begleitet Kip auf seiner Ausbildung in der Schwarzen Garde, was der Autor nutzt, um auch das Magiesystem weiter zu erläutern. Dieses steht natürlich auch im engen Zusammenhang mit Gavin und mit dessen Sterben. Wunderbar verschachtelt und verzwickt ist die Situation. Das fordert die Aufmerksamkeit des Leser, aber weckt auch eine Menge an Interesse. 
Außerdem gelingt es so dem Autor den Leser mit den Handlungen seiner Charaktere immer wieder zu überraschen. Jedes Mal, wenn man meint, man habe sie durchschaut - insbesondere Gavin, Karris, die Weiße und auch Kips Großvater -, tun sie etwas, mit dem man überhaupt nicht gerechnet hätte. Dabei entstehen aber keine Logikfehler, den diese Handlungen werden dann im Nachhinein wieder sauber aufgelöst und erklärt. Gerade hier lässt sich der Handlungsstrang um Gavin und Dazen, der ja schon im ersten Teil besonders vertrackt ist, besonders gut anführen. Er wird am Ende aufgelöst, aber ganz anders als der Leser sicherlich erwartet. 
Oft scheint über recht weite Teile nicht viel zu passieren. Kips Ausbildung schreitet voran, er muss sich behaupten. Gavin stirbt langsam und versucht nebenbei noch den Krieg zu gewinnen. Es gibt kleinere Scharmützel. Gavins und Karris Beziehung wird vertieft. All das geschieht oft ohne großes Brimborium, sodass man beim Lesen Sitzfleisch mitbringen muss. Die Geschichte erfordert Zeit und sie verlangt Konzentration, denn wenn eigentlich nur Alltagssituationen beschrieben werden, passiert manchmal doch etwas Wichtiges, was der Leser nicht verpassen sollte. Damit ist die Geschichte nicht mal eben schnell zu lesen. Man muss davon ausgehen, dass auch das gewöhnliche Lesetempo stark gedrosselt ist, wenn man die Geschichte vollauf genießen möchte. Doch es lohnt sich Muße, Zeit und etwas Geduld mit zubringen. Wer sich ganz auf Brent Weeks einlässt, wird ihm verfallen und die Charaktere, ebenso wie die Geschichte lieben. 
Abschließend bleibt noch darauf hinzuweisen, dass wir noch zweimall das Vergnügen mit dem Lichtbringer haben werden, denn aus der geplanten Trilogie werden nun vier Teile, also eine Tetralogie.
"Was ist nun die erste Grundregel des Einfach-Davonlaufens?", erkundigte sich Gavin. (...)
"Wer einfach davonlaufen will, darf nicht mit Logik oder praktischem Denken daherkommen. Das weiß doch jeder."
"Aha. Also können wir doch nackt davonlaufen?" (Seite 839)

Fazit: Die Geschichte, die hier erzählt wird und die Art und Weise sind ganz große Kunst. Man muss sich darauf einlassen dem Autor in seine fremde Welt und in seinem Tempo zu folgen. Wenn einem das gelingt, erlebt man Fantasy der Spitzenklasse. Dieser zweite Teil der Licht-Tetralogie fordert die volle Aufmerksamkeit des Lesers, belohnt ihn aber zugleich mit einer herausragenden Geschichte.

Gesamtnote:1
Charaktere:1
Handlung: 2
Lesespaß: 1

Die blendende Klinge - bei Osiander 
Die blendende Klinge - bei Amazon

Dieses Buch ist etwas für dich, wenn dir folgende gefallen haben: 
 
Über den Autor: Brent Weeks betrachtete das Schreiben fantastischer Geschichten schon immer als seine Berufung, inzwischen ist es auch sein Beruf geworden. Brent Weeks lebt mit seiner Frau in Oregon. (Quelle) 

Weitere Bücher des Autors:  



 

Kommentare:

  1. Und immer und immer mehr freue ich mich endlich, sobald ich es selbst in den Händen halte! Wahnsinn, wie gespannt ich bin, wie es tatsächlich weitergeht!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es ist ja immer nen bisschen schwierig eine Rezension zu einem Folgeband zu verfassen, weil man auf die Rücksicht nehmen muss, die Band 1 nicht kennen und nicht mehr lesen wollen, aber auch auf die, die Band 1 nicht kennen und noch lesen wollen.
      Aber wenn du Band 1 kennst und wirklich dieses etwas langsamere Erzähltempo gut findest: Band 2 ist soo klasse und die Geschichten Gavin/Karris, Gavin/Dazen... wow! Ich konnte es manchmal gar nicht glauben, was ich da lese.

      Viel, viel Spaß!
      Grüße

      Löschen
  2. Schöne Rezi, sie trifft es eigentlich genau!
    Woher weißt du denn, dass es ein Vierteiler wird, auf dem Buch steht doch noch "Licht-Trilogie"?

    LG horrorbiene

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey.
      Ich wurde von einem anderen Leser daraufhin gewiesen, dass Brent Weeks diese Info Preis gegeben hat.
      Inzwischen habe ich dann noch mit Blanvalet Kontakt und dort wurde dies bestätigt.
      Es werden vier Bände. :)

      Grüße

      Löschen
    2. Dann muss ich ja noch länger warten, bis ich weiß wie's ausgeht! ;-)

      Löschen
    3. Hihi, das war auch meine erste Reaktion. ^.^

      Löschen
  3. Hach Mensch! Richtig gute High Fantasy, das wäre schon mal wieder was!! Glaube momentan wäre mir das aber zu lang und zu aufwändig, ich könnte mich nicht fallen lassen. Vielleicht, wenn mein SuB etwas runter ist. Obwohl, Elfenmagie hab ich ja auch noch ;-)
    LG,
    Damaris

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, dafür muss man eigentlich echt die Ruhe haben. Ich hatte sie nicht und hab daher eeeewig dran gelesen. Fast drei Wochen, glaub ich. Kann man sich gar nicht vorstellen. *grins*
      Und dann sitzt der SuB im Nacken. Aber schön wars. :) "Elfenmagie" und auch "Elfenkrieg" sind aber deutlich schneller zu lesen als Brent Weeks Romane, da brauchst du nicht solche Bedenken haben. Sie sind dick und High-Fantasy, aber lesen sich schnell weg.
      Hach, wenn der SuB nicht wäre, würde ich Elfenmagie glatt mit dir zusammen nochmal lesen, aber das gibt das Gewissen nicht her. ;)

      Liebe Grüße

      Löschen

Ich freue mich auf euren Kommentar!
Und verspreche: Ich werde sie alle beantworten :)