Mittwoch, 6. Februar 2013

[Rezension] Kai Meyer - Arkadien brennt

Quelle
Autor: Kai Meyer
Titel:
Arkadien brennt
Reihe: 

1. Arkadien erwacht
2. Arkadien brennt
3. Arkadien fällt
Genre:
Jugendbuch/Fantasy
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Seiten:
400
Verlag:
28. September 2010
Veröffentlichung: Carlsen
ISBN:
978-3551582027
Preis: 19,90 Euro 
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Kurzinhalt: Menschen, die sich in Tiere verwandeln. Blutfehden zwischen Mafiaclans. Die verbotene Liebe zu Alessandro ... Rosa braucht dringend Abstand zu den Ereignissen auf Sizilien. Auf den Spuren ihres alten Lebens reist sie zurück nach New York. Aber auch dort kommt sie nicht zur Ruhe. Die mächtigen Stellvertreter der amerikanischen Clans erwarten sie bereits. Dann stößt Rosa auf beunruhigende Details über ihre Vergangenheit. Und über ihren toten Vater. Aber warum spielt dabei immer wieder Alessandro eine Rolle? In Rosa keimt ein schrecklicher Verdacht ... (Quelle)

Meine Meinung:
"Jeder Scheißhaufen auf ihrem Weg schien nur darauf zu warten, dass sie hineintrat. Alles eine Sache der Gewöhnung." 
"Arkadien brennt" ist der mittlere Teil der Arkadien-Trilogie und diese Bände lassen sich keinesfalls getrennt voneinander lesen, denn die Handlung des zweiten Bandes baut direkt auf dem ersten auf. "Arkadien erwacht" lässt den Leser zwar nicht mit einem dieser ungeliebten großen Cliffhanger zurück, aber es ist klar, dass die Geschichte weitergehen muss und wer Band 1 gelesen hat, weiß auch, dass er die Folgebände lesen muss, denn Rosa und Alessandro wachsen einem schnell ans Herz und die Geschichte hält viel Spannung bereit. Natürlich sind aus dieser Konstellation heraus auch für die folgende Rezension Spoiler des ersten Bandes möglich.
Kai Meyer schafft es die aufgenommene Handlung und viele Elemente aus dem Anfang fortzuführen und gleichzeitig etwas Neues aufzubauen, sodass keine Langweile aufkommt. So ist es der Fall, dass man weiterhin diesen Roman nicht als das absolute Fantasybuch lesen sollte, in dem an jeder Ecke magische Geschöpfe auftauchen oder fantastische Geschehnisse die Charaktere aus der Bahn werfen. Dieser Roman spielt in der Gegenwart und die Fantasyelemete werden vor den Augen der normalen Mitbürger versteckt. Aus diesem Grund kann rein logisch gar nicht auf jeder Seite davon die Rede sein. Das heißt aber nicht, dass keine Spannung aufkommt, denn es spielt ja auch die Mafiageschichte eine große Rolle und die Liebesbeziehung zwischen Alessandro und Rosa. Dazu kommen Mystery-Elemente, die die gesamte Situation noch aufpeppen und aus Sicht der Protagonisten sicherlich verkomplizieren.
Das komplette erste Drittel spielt überraschenderweise aber nicht auf Sizilien, wohin Rosa im ersten Band gekommen ist und auch nicht auf italienischem Festland. Rosa kehrt nach New York zurück. In ein New York, das sich verändert hat. Oder hat sie sich verändert? Sie will endlich mit ihrer Vergangenheit und vor allem mit ihrer Mutter aufräumen. Dabei werden aber viele dunkle Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit erzählt. Im Großen und Ganzen ist das Hauptproblem und der Dreh- und Angelpunkt dieses zweiten Bandes Rosas Vergangenheit, zum einen was ihre Familie und vor allem ihren Vater angeht, aber auch die Geschehnisse vor einem Jahr, die das Mädchen in eine Krise gestürzt haben, haben weit mehr Bedeutung für die Handlung als zunächst angenommen.
Natürlich werden im Verlauf nur ein Teil dieser Fragen beantworten und manchmal eher noch mehr aufgeworfen. Der Leser darf ja zum Glück hoffen und davon ausgehen, dass alle offenen Fragen im Abschlussband geklärt werden.
Etwas zu bedauern ist, dass nicht mehr ganz die Faszination aus Band 1 erreicht werden kann. Das lag für mich in weiten Teilen daran, dass Rosa normaler ist. Sie hat viele Macken, viele Spleens kann man sagen und viele davon bekommt sie nun in den Griff. Das ist für sie einerseits natürlich von Vorteil, aber ich habe diese vermisst.
Die Beziehung zwischen Rosa und Alessandro bleibt kompliziert. Nicht nur weil sie eben aus verschiedene Familien stammen und dieses "Romeo-und-Julia-Problem" zwischen ihnen steht, sondern daraus ergibt sich immer wieder die Frage, ob sie einander vertrauen können. Hauptsächlich Rosa entwickelt nervenaufreibendes Potenzial, wenn sie sich oder ihn diese Frage zum wiederholten Male stellt.
Auf der anderen Seite fallen diese Punkte nicht so weit ins Gewicht, dass man von einer nervigen Beziehung sprechen kann. Es gibt auch schöne und lustige Szenen der beiden. Vor allem der Umstand, dass sie ihre Verwandlung bei starken Gefühlen kaum kontrollieren können, bewirken bei den Protagonisten Frust. Mich als Leser ließ es schmunzeln.
"Weißt du, die Leute lügen, wenn sie sagen, nichts sei so stark wie die Liebe. Das ist eine der größten und gemeinsten Lügen überhaupt. Liebe ist nicht stark. Sie ist so verletzlich wie nur irgendwas. Und wenn wir nicht achtgeben dann zerbricht sie wie Glas." 

Fazit: Alles in allem führt der Autor hier seine Geschichte würdig fort. Es werden Mystery-, Action und Liebeselemente zu einer spannenden Geschichte vereint, die einige rasante Szenen mit sich bringt, aber auch viel Gefühl oder gemeinsames rätseln mit den Protagonisten über die Zusammenhänge. Jedem zu empfehlen!

Gesamtnote: 2
Charaktere: 2
Handlung: 1-2
Lesespaß: 1-2

Über den Autor:
Kai Meyer, geboren 1969, studierte Film- und Theaterwissenschaften und arbeitete als Journalist, bevor er sich ganz auf das Schreiben von Büchern verlegte. Er hat inzwischen über fünfzig Titel veröffentlicht, darunter zahlreiche Bestseller, und gilt als einer der wichtigsten Phantastik-Autoren Deutschlands. Seine Werke erscheinen auch als Film-, Comic- und Hörspieladaptionen und wurden in siebenundzwanzig Sprachen übersetzt. (Quelle)
Weitere Bücher des Autors (Auswahl):  

Kommentare:

  1. Ich habe nur den ersten Band gelesen und deshalb suche ich momentan gezielt nach Rezensionen zum zweiten Band. Deshalb möchte ich, nachdem ich deine positive Rezension gelesen habe, es nun auch lesen.
    Alles Liebe Niz von www.bookmoiselles.blogspot.com

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    1. schön, dass dich die Rezension übezeugen konnte.
      Es lohnt sich wirklich :)

      Grüße

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