Samstag, 9. März 2013

[Rezension] Kristin Cashore - Die Flammende

Quelle
Autor: Kristin Chashore
Titel:
Die Flammende
Originaltitel:
Reihe:
Die sieben Königreiche
2. Die Flammende
3. Die Königliche
Genre:
High-Fantasy/Jugendbuch
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Seiten:
512
Verlag:
Carlsen
Veröffentlichung: Januar 2011
ISBN:
978-3551582119
Preis: 19,90 € (HC), 9,99 € (TB), 8,99 € (ebook)

Klappentext:
Wer das Mädchen mit den Haaren wie Feuer einmal gesehen hat, wird sie nie wieder vergessen: Fire übt eine unwiderstehliche Macht auf alle Lebewesen in ihrer Nähe aus. Zudem kann sie in die Gedanken anderer Menschen eindringen - nur nicht in die von Prinz Brigan. Wer ist dieser unnahbare Feldherr, und welche Rolle spielt er im Kampf um den Thron? Fire kann sich dem Netz aus Verschwörungen, das sich um sie herum entspinnt, nicht entziehen. Ebenso wenig wie dem Mann, der so widerstreitende Gefühle in ihr hervorruft ... (Quelle)

Meine Meinung:
"Er vertraute ihr, weil er wusste, dass sie ihre Macht zum Guten nutzte und nie zum Bösen. Er bedachte allerdings nicht, dass die Trennlinie zwischen Gut und Böse längst zerstört war." (Position 1463)
Besonders gut gelungen ist der Autor, dass sie eine Trilogie geschaffen hat, die wirklich unabhängig voneinander lesbar ist. Ich muss nicht Teil 1 - Die Beschenkte - notwendigerweise vor "Die Flammende" lesen oder das zweite vor dem dritten. Die Geschichten der Bücher spielt in der gleichen Welt, in den Sieben Königreichen, aber sie erzählen von verschiedenen Personen und ganz unterschiedlichen Charakteren. In Band eins und zwei gibt es lediglich eine Person, die wirklich in beiden Geschichten auftaucht. Sie nimmt in beiden eine wichtige, aber gleichzeitig eine Nebenrolle ein. Diese Rolle versteht man auch innerhalb von Fires Geschichte, wenn man die Handlung um Katsa, aus "Die Beschenkte" noch nicht kennt. 
Unerwarteterweise hatte ich erneut Probleme in die Geschichte hineinzufinden. Dieses Gefühl hatte ich schon zu Beginn des ersten Bandes. Aber meine Reaktion ist dann oft, dass ich die Zähne zusammenbeiße und es trotzdem erst einmal weiter versuche. Aus meiner Erfahrung von Band eins ahnte ich bereits, dass es sich lohnen würde und so war es auch. Ich habe fälschlicherweise angenommen, dass mich eine ähnliche Geschichte wie die um Katsa erwartet. Aber dem ist nicht so. Fire ist keine Beschenkte, wie man ihnen im ersten Teil begegnet. Fire ist ein Monster. Es gibt nur sehr wenige Menschenmonster - menschenähnliche Wesen, die sehr betörend und gleichzeitig auch gefährlich sind -, aber Tiermonster in allen Variationen sind Gang und Gebe. Fire ist unglücklich mit ihrem Schicksal, denn sie wird automatisch gemieden und ihre Gaben sind gleichzeitig eine Art Fluch.
Während die Geschichte um das aktuelle Geschehen erzählt wird, indem Fire gewissermaßen ihren Platz in der Welt sucht, lernt was Freundschaft und Liebe ist und entscheiden muss, inwieweit sie in die Politik, das heißt in den Krieg, der ihre Heimat heimsucht, eingreifen will, gibt es auch häufig immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit des Mädchens. Dadurch entsteht beinahe ein doppelter Handlungsstrang und da der Leser erst spät erfährt, welche Teile der Vergangenheit Fire besonders belasten sind beide sehr spannend konzipiert. 
Sobald die Geschichte mich gepackt hatte, konnte ich es kaum noch aus der Hand legen. Ich erlebte die Dinge ganz dicht an Fires Seite, freute und litt mit ihr. Diese junge Frau kommt dem Leser wieder so nah, dass das Buch emotional sehr berührend ist und die eine oder andere Träne floss. 

"Aus der Wärme ihrer Zuneigung für ihr Pferd schuf sie etwas Zerbrechliches und Flüchtiges, das sich beinahe so anfühlte wie Mut. Sie hoffte es würde ausreichen." (Position 2519)

Liebe und Freundschaft, Kämpfe auf dem Schlachtfeld und auch innere Kämpfe mit sich selbst sind die großen Themen dieser Geschichte. 
Es handelt sich offiziell um ein Jugendbuch, kann aber auch jedem erwachsenen Leser von High-Fantasy dringend ans Herz gelegt werden. Hier gibt es nicht die großen politischen Verstrickungen und die Brutalität ist etwas zurückgeschraubt, aber ich glaube kaum, dass sich ein Leser daran stören wird. Es herrscht Krieg, dieser ist immer brutal. Aber er wird immer aus der Ferne geschildert. Entweder es liegt zeitlich oder räumlich in einiger Entfernung. Dadurch ist die Geschichte um Fire gut für jugendliche geeignet. Die älteren Altersgruppen haben aber sicher genug Erfahrung und Phantasie, um die Andeutungen zu verstehen und sich selbst ausmalen zu können oder zu müssen, was tatsächlich geschehen ist. 
Wie schon erwähnt ist die Handlung in sich abgeschlossen und ein Cliffhanger bleibt aus. Trotzdem wird wohl jeder den dritten Band ebenfalls lesen wollen, denn das Lesevergnügen ist unglaublich groß.

"Ich will dich nicht lieben, wenn du dann doch nur stirbst", rief sie und vergrub das Gesicht an seinem Arm. "Ich liebe dich nicht." (Position 5705)

Fazit: Nicht nur ein Jugendbuch, sondern spannende High-Fantasy für jede Altersklasse, die ganz große Gefühle, große Zweifel, Kämpfe und Konflikte, sowie Fantasy-Elemente unter einen Hut bringt und daraus eine Geschichte formt, die man nach einem anstrengenden Start nicht mehr aus der Hand legen kann.

Gesamtnote:1-2
Charaktere: 1-2
Handlung: 1-2


Über die Autorin:
Kristin Cashore studierte am Center for the Study of Children's Literature in Boston. Ihre Bücher "Die Beschenkte", "Die Flammende" und "Die Königliche" schafften sofort den Sprung auf die New-York-Times-Bestsellerliste, wurden bereits in 28 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. (Quelle)

Weitere Bücher der Autorin:  

Kommentare:

  1. Grüß Dich, Asaviel.
    Kann Liebe in der Tat selbstlos sein?
    Wohl wenn sie einseitig bleibt. Ist sie beiderseitig, ruht sie auf zweierlei Schultern. In der Bedeutung des Teilens. Sie kann eher nicht auf einer gestellten Bedingung ruhen.

    Kam mir in den Sinn als ich im Zitat las "Ich will dich nicht lieben, wenn du dann doch nur stirbst."

    bonté

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  2. Liebe Asaviel,
    ich bin fast komplett mit deiner Rezi einverstanden. Aber über eines bin ich gestolpert: Die Protagonistin in Die Beschenkte/Graceling heißt doch Katsa und nicht Katniss. Vermute mal, dir ist dieses tolle Filmposter dazwischengerutscht: http://myofb.de/wp-content/gallery/die-tribute-von-panem-catching-fire/the-hunger-games-catching-fire-poster-victory-tour_2.jpg?
    LG Nia
    P.S.: Flammen über Arcadion hat mir echt gut gefallen. Es war nicht perfekt, aber nach einer längeren Eingewöhnungszeit sehr schön zu lesen. Die Ideen fand ich teilweise richtig gut, wenn auch seltsam gemixt (Rezi folgt;).

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    1. Liebe Nia,
      vielen Dank für den Hinweis. Keine Ahnung, was mich da geritten hat. Natürlich heißt sie Katsa und nicht Katniss. Falscher Film, äh Buch. Wie auch immer ;)
      Leider musste ich mir im Nachhinein eingestehn, dass Arcadion mich leider nicht genug fesseln konnte, um mir den nächsten Band zu kaufen... und das obwohl alle anderen Reihen von Perplies sehr gut sind.

      Liebe Grüße
      P.s.: Partials von Dan Wells liegt auf meinem Nachttisch. Ich nehme es in Kürze in Angriff ;)

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    2. Liebe Asaviel,
      ach passiert. Habe letztens in einer Rezi die ganze Zeit den Protagonisten falsch geschrieben. Ist mir dann zwar noch aufgefallen vor dem Live schalten, aber oft genug muss ich auch an schon veröffentlichten Rezensionen noch rumkorrigieren^^.

      @Perplies/Arcadion
      Kann dich verstehen. Man hat inzwischen schon manchmal Schwierigkeiten bei all den Dystopien/Postapokalypsen (was auch immer), die Ideen richtig würdigen zu können. Eigentlich schade, denn es ist so ein schönes Genre. Vielleicht sollten wir einfach nicht so viele davon lesen? Partials war (für mich) eine wohltuende Ausnahme. Bin gespannt, was du dazu sagst.
      Ich mag ja Perplies Schreibstil echt gerne; Deswegen konnte mich das Buch nach dem lahmen Start doch noch überzeugen.
      LG Nia

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    3. Liebe Nia,
      ja... besonders weil ich im Moment mit den Rezensionen etwas hinterher hänge, hab ich dann immer mal wieder kleine Fehler drin. Namen kann ich mir auf Dauer meist sowieso nicht merken. Aber dass ich Protagonisten neu taufe, kommt eher selten vor. ;)

      Ja... ich befürchte es auch fast, dass es fast zu viele Dystopien sind. Aber jetzt ist ja auch Benkaus zweiter Teil draußen. Man kommt nicht so wirklich weg von dem Genre, finde ich. ;)

      Lieb Grüße
      Asaviel

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