Samstag, 20. April 2013

[Rezension] Simone Elkeles - Nur ein kleiner Sommerflirt

Autor: Simone Elkeles
Titel:
Nur ein kleiner Sommerflirt
Originaltitel:
How to Ruin a Summer Vacation
Reihe:
Sommerflirt
1. Nur ein kleiner Sommerflirt
2. Zwischen uns die halbe Welt
3. Kann das auch für immer sein?
Genre:
Jugendbuch
Altersempfehlung: ab 13
Seiten:
284
Verlag:
cbt
Veröffentlichung: 9. April 2013
ISBN:
978-3570308615
Preis: 8,99 Euro (HC), 7,99 (e-book)
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Klappentext:Es ist so was von unfair! Amy kann nicht fassen, dass sie die Sommerferien mit ihrem biologischen Erzeuger am anderen Ende der Welt verbringen soll, um eine Großmutter kennenzulernen, von der sie noch nie was gehört hat. Dazu eine nervige Cousine und Schafe rund ums Haus. Was Amy aber wirklich zur Weißglut treibt, ist dieser Avi: Wie kann ein Junge so dermaßen unverschämt sein – und dabei so sexy! (Quelle)

Meine Meinung:
"Plötzlich spürte ich einen Stich in der Brust - eine Mischung aus Trauer und Selbstmitleid -, weil ich gar nicht gewusst habe, dass ich noch eine Oma habe. Und nun da ich es erfahre, ist sie krank" (Seite 9/10)
Für jeden, der schon andere Romane von Simone Elkeles kennt, muss vorweg daraufhin gewiesen werden, dass in dieser Geschichte die Handlung nicht wechselnd aus der Sicht zweier Protagonisten erzählt wird. Wir bekommen den kompletten Verlauf aus Amys Sicht geschildert. Avi, den sie in Isreal kennen lernt, sehen wir somit nur aus seinen Augen.
Hier schwingt auch schon einer der wichtigsten Themenkomplexe der Geschichte mit. Amy - ein typisches Mädchen aus den USA soll und muss ihren Sommer in Israel verbringen. Viel mehr als fließendes Wasser kann sie dort an Luxus nicht erwarten. So soll sie ihren Vater und seine Familie kennen lernen. Lust hat sie darauf nicht im geringsten. Natürlich taut sie mit der Zeit auf und gerade die Gespräche mit ihrer schwer erkrankten Großmutter öffnen ihr die Augen. So ist die Familie und die eigene Identität, die Rolle in der Familie ein Thema, das dieses Buch bestimmt.
Aber der Autorin gelingt es auch zu zeigen, dass Amy über ihren eigenen Tellerrand hinaussehen muss. Israel ist in den Köpfen der Amerikaner genau wie in denen von uns Deutschen einzig und allein als Krisenregion fest verankert. Selten denkt man dabei an den einzelnen Menschen, der dort lebt. Hier in dieser Geschichte wird die Kultur der Bewohner näher beleuchtet, aber auch die Konflikte, die dort herrschen kommen zur Sprache. Es wird deutlich gemacht, dass es schwere Meinungsverschiedenheiten zwischen Israelis und Palästinensern gibt, aber Frau Elkeles schafft es auch zu zeigen, dass diese Konflikte vom Einzelnen durch Freundschaft und Toleranz überwunden werden können. Das klingt nun hoch komplex und vielleicht abschreckend auf den Leser, der einen spannende Liebesgeschichte sucht, soll es aber gar nicht sein. Dieses Thema wird nämlich in eine typisches Jugendbuch so geschickt eingebunden, dass man sich gut unterhalten fühlt, ohne einen erhobenen Zeigefinger zu sehen oder eine lehrerhafte Stimme, die über den Nahen Osten aufklärt, zu hören. Außerdem kommen auch die wichtigen Jugendthemen nicht zu kurz: Es entwickelt sich eine Liebesgeschichte, Amy ist in der Phase der Identitätsfindung und fragt sich, wie ihre Zukunft aussehen soll und welche Chancen sie hat diese selbst zu gestalten.
Bisher könnte man meinen, dass es sich um ein sehr nachdenkliches Buch handelt. Dem ist über weite Phasen nicht so. Es lädt sehr oft zum Schmunzeln ein. Amy mit ihrer verrückten Art, die kaum ein Blatt vor den Mund und selten Rücksicht nimmt, kann schon ziemlich amüsant sein. Auf der anderen Seite ist sie damit aber auch durchaus über weite Strecken einfach nur nervig. Mehrmals will man das Mädchen einfach nur schütteln und sie zur Vernunft bringen. Ein zweischneidiges Schwert, aber es hat durchweg den Anschein, dass dies von der Autorin gewollt ist. Es gibt nämlich keine logischen Brüche in Amys Entwicklung. Das spricht dafür, dass ihr Charakter sauber durchdacht ist. Vielleicht soll sie mit ihrer oft naiven, aber auch egoistischen und teilweisen selbstherrlichen Art zum Nachdenken anregen und dem Leser eben Missstände vor Augen führen.
Das Ende kann durchaus zufriedenstellen. Man weiß, dass da noch zwei Bände mit Amy als Protagonistin folgen und somit ist ein reines Happy-End schon zu Beginn eher unwahrscheinlich. Es wird aber auch nicht mit einem Cliffhanger unnötiger Frust geschaffen, sondern lediglich eine Pause herbeigeführt bis dann im Juni 2013 der nächste Band auf Deutsch erscheint. 
Eigentlich bete ich nie. Das ist nicht so meins. Aber Notfälle erfordern Notfallmaßnahmen und ich bin da äußerst flexibel. Zumindest manchmal. (Seite 17)
Fazit: Weil ich schon einige andere Bücher der Autorin gelesen habe, waren die Ansprüche hoch. Jeder Autor muss sich an seinen anderen Werken messen lassen, das bleibt leider nicht aus. Rückblickend kann ich also sagen, dass Frau Elkeles erneut eine gute Geschichte erschaffen hat, die sich schnell lesen lässt. Dieser fehlt aber das gewisse Etwas, das sich in anderen Büchern aus ihrer Feder finden lässt.

Gesamtnote: 2
Charaktere: 2
Handlung: 2-3
Lesespaß: 2

"Religion ist etwas sehr Persönliches. Sie ist immer für dich da, wenn du dafür offen bist oder sie brauchst. Es liegt an dir, ob du dich darauf einlässt oder beschließt, dass in deinem Leben kein Platz dafür ist. Niemand kann dir eine Religion aufzwingen, sonst ist es nicht wahrhaftig." (Seite 119)  

Über die Autorin:  Simone Elkeles wuchs in der Gegend von Chicago auf, hat dort Psychologie studiert und lebt dort auch heute mit ihrer Familie und ihren zwei Hunden. Ihre "Du oder das ganze Leben"-Trilogie, für die sie zum "Illinois Author of the Year" gewählt wurde, wurde zum weltweiten Bestseller. (Quelle)

Kommentare:

  1. Erst einmal tolle Rezi! Ich mochte die anderen Bücher der Autorin sehr und ich werde sicher auch dieses lesen, auch wenn es vielleicht nicht ganz so gut ist, wie die anderen. Das Thema klingt jedenfalls sehr interessant, ausserdem mag ich Bücher die humorvoll geschrieben sind.

    glg Nadja

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    1. Ich bereu es auch nicht, dass ich es gelesen habe.
      Es ist wirklich ein schönes, gutes Buch, aber eben nicht mehr ganz so stark wie die anderen eben.
      Trotzdem wirst du mit Amy und Avi deinen Spaß haben :)

      Viele Grüße
      Asaviel

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