Donnerstag, 11. Juli 2013

[Rezension] Andrea Bottlinger - Aeternum

Autor: Andrea Bottlinger
Titel:
Aeternum
Genre:
Fantasy
Seiten: 
569
Verlag:
Knaur
Veröffentlichung: 2. April 2013
ISBN:
978-3426511794
Preis: 12,99 Euro

Klappentext: Berlin, Alexanderplatz: Ohne jegliche Vorwarnung stürzt der große Platz eines Tages ein – zurück bleibt ein riesiger Krater, der bis in die tiefsten Katakomben der Hauptstadt reicht. Nicht nur die Stadtoberen stehen vor einem Rätsel – auch die seit langem verfeindeten Parteien der Dämonen und Engel können sich nicht erklären, wer für den Einsturz verantwortlich sein könnte. Um das herauszufinden, werden die junge Magierin Amanda, die im Dienst eines Dämons steht, und der gefallene Engel Jul in die Katakomben geschickt. Dabei kommen die beiden sich nicht nur näher, sie entdecken auch ein Geheimnis, das die Existenz unserer Welt bedroht …(Quelle)

Meine Meinung:

"Mein Name ist Balthasar, und von nun an gehörst du mir." (Seite 14)

Der Prolog spielt einige Zeit vor der eigentlichen Geschichte und hat die Macht den Leser sofort in seinen Bann zu ziehen. In ihm lernen wir Amanda und ihren Bruder kennen und wir erfahren, wie es dazu kommen konnte, dass das Mädchen zukünftig im Dienste von Balthasar steht. 
Den Anfang der Geschichte gestaltet die Autorin so, dass wir zuerst in relativer Ruhe sowohl Amanda als auch den Engel Jul kennen lernen können. Es wird abwechselnd mal ihre und mal seine Perspektive eingenommen. In vielen anderen Büchern werden bei dieser Vorgehensweise dann jeweils die Namen der Protagonisten über die Kapitelanfänge geschrieben. Darauf wird hier verzichtet, aber man merkt immer sofort am Verhalten und am Schreibstil, mit wem man es zu tun hat. Außerdem ist die Einteilung strikt von Kapitel zu Kapitel abwechselnd. 
Die Charakter sind hervorragend gezeichnet, was die Wiedererkennung natürlich auch vergrößert. Jul als gefallener Engel, der mit der Welt der Menschen immer noch nicht 100%ig klar kommt, seinen Zweifeln und seinem Versuch seinen Glauben wiederzufinden und Amanda, die schon viel erlebt hat und schon in ihren jungen Jahren nach außen hin dadurch hart und zynisch geworden ist, deren weicher Kern aber immer wieder durchflackert. Gerade dieser letzte Punkt lässt immer wieder Gespräche entstehen, die den Leser zum Schmunzeln einladen.  
Darüber muss ich nicht nachdenken. Sag deinem Meister, dass ich keine Aufträge von Dämonen annehme. Ich bin kein Söldner." (Seite 22)
Ich persönlich lese sehr gerne Engel-Geschichten und kenne davon auch schon einige. So sind Begriffe wie der Morgenstern, gefallene Engel, Apfel der Erkenntnis, Seraphim mir nicht neu gewesen und ich konnte schnell damit umgehen. Als Warnun soll gelten, dass die Geschichte, weil hier ganz selbstverständlich von Dämonen, Engeln, dem Teufel und Gott geredet wird und auch wirklich jeder von ihnen auftaucht, auf manch einen, der fest im christlichen Weltbild verankert ist, schockierend wirken kann. 
Diese phantastische Geschichte wird in ein bekanntes Setting integriert. Sie spielt in Berlin und da der Alexanderplatz Hauptort des Geschehens ist, kann jeder, der die Stadt einmal besucht hat, sich sofort hineinversetzen und die schockierenden Ereignisse, die zum Untergang der Welt führen werden, vor seinem inneren Auge mitverfolgen.  

"Die Zeit ist immer das Erste, das nicht mehr funktioniert." (Seite 128)
Von Beginn an scheinen sich die Ereignisse beinahe zu überschlagen. Immer ist die Geschichte spannungsgeladen. Es gibt sehr wenige ruhige Szenen. Das bedeutet, dass der Leser fast ausschließlich das Gefühl hat, er muss nun dringend weiterlesen, um zu erfahren, was passiert. Ein wahrer Pageturner also. Dabei bleibt die Geschichte in sich logisch aufgebaut. Es gibt weder Brüche in der Handlung, noch bei den Charakteren, die sich nicht erklären lasssen würden.

"Ich wusste es, Götter sind Snobs." (Seite 463)
Fazit: Andrea Bottlinger ist es mit Aeternum gelungen einen Fantasyroman zu schreiben, der beinahe durchgehend atemlose Spannung mit sich bringt. In ihm finden sich zwei Protagonisten, die man beide sofort ins Herz schließen muss, aber auch gerne mal schütteln würde, wenn sie die Wahrheit nicht erkennen. Außerdem führt die Autorin die Geschichte zu einem logischen und konsequenten Ende, sodass der Leser diesen Einzelband mit dem sicheren Gefühl schließt eine wirklich gute Geschichte gelesen zu haben.

Gesamtnote: 1-2
Charaktere: 1-2
Handlung: 1-2
Lesespaß: 2

Über die Autorin: Andrea Bottlinger wurde in Karlsruhe geboren, hat in Mainz Buchwissenschaften, Komparatistik und Ägyptologie studiert und lebt und arbeitet inzwischen als freie Lektorin und Autorin in Heilbronn. "Aeternum" ist ihr erster Roman. (Quelle)

Kommentare:

  1. So schön, dass dir das Buch so gut gefallen hat. Balthasar fand ich schon echt gruselig und das Setting in Berlin, vor allem auch Unterirdisch fand ich super!
    LG,
    Damaris

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  2. Ich habe den Roman auch gelesen und bin ebenfalls sehr begeistert gewesen. Ich hoffe, Andrea Bottlinger schreibt noch eine Fortsetzung, im Moment ist es ja ein Einzelroman. Aber sie hat in Aussicht gestellt, dass nichts unmöglich ist. :)

    LG
    Nazurka

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