Sonntag, 13. Oktober 2013

[Rezension] Michael G. Manning: Dunkle Götter 2 - Der Bund

Autor: Michael G. Manning
Titel:
Dunkle Götter 2 - Der Bund
Originaltitel:
The Line of Illeniel
 Reihe: Dunkle Götter
1. Das Erwachen
2. Der Bund
Weitere Bände in Planung
Genre:
High-Fantasy
Seiten:
480
Verlag:
Piper
Veröffentlichung: 27. August 2013
ISBN:
978-3492703024
Preis: 16,99

Klappentext:
Magie ist eine Gabe und eine Bürde zugleich. Ihr Erbe birgt schillernde Macht und dunkelsten Wahnsinn. Dies muss auch der junge Mordecai erfahren, der sich plötzlich im Zentrum der Geschicke des Reiches befindet. Ein Reich, das droht, der Finsternis anheimzufallen. Könige wie Götter möchten ihn gerne auf ihrer Seite wissen, doch Mordecai merkt schnell, dass er niemandem trauen kann. Nicht einmal seinen Freunden. Und auch nicht sich selbst ... Düsterer, gewaltiger, komplexer: Michael G. Manning setzt nicht nur sich selbst neue Maßstäbe – es gelingt ihm, dem Genre der traditionellen Fantasy neue Magie einzuhauchen! (Quelle)

Meine Meinung:

"Lasst nicht zu, dass euer Verstand das Herz aufhält, Junge. Der Verstand bringt immer nur alles durcheinander, glaubt mir." (Seite 77)
Nach dem Beenden von dem Vorgängerband (Das Erwachen - Band 1) hatte ich mir erhofft und versprochen, dass der Autor mit "Der Bund" sich noch steigern kann und mich damit dann vollständig überzeugt, denn es folgen schließlich noch Bücher in dieser Reihe und die Grundidee ist spannend. 
Dabei bleibt es auch in diesem Buch. Die Idee ist spannend. Das Magiesystem ist gut beschrieben und man findet sich in der Welt schnell zurecht. Das "High-Fantasy-Rad" wird zwar nicht neu erfunden, aber da der Autor eine neue Zusammensetzung elementarer Bauteilchen findet, ist das für mich kein Problem. Im Übrigen setzt die Geschichte einige Monate nach dem Ende von "Das Erwachen" ein. Die Zwischenzeit wird gut überbrückt. 
Auch die Sprache betreffend hält der Autor sich an das bekannte: Sie bleibt einfach, leicht verständlich und dadurch lässt sich das Buch umso schneller lesen. Es bleibt der Nachteil, das man kaum über schöne, wichtige oder erwähnenswerte Zitate stolpert, aber um sich einfach von einer Geschichte berieseln zu lassen, ist es perfekt, sodass ich hier nicht allzu viel kritisieren möchte. 
Leider gibt es nämlich einen Kritikpunkt, der mir am Ende das komplette Buch, ja die komplette Reihe verleidet hat. Es sind die Charaktere. Im ersten Band hatte mich nur der übertriebene Witz gestört, der oft eher an den obligatorischen Klassenkaspar erinnerte. Hier in Band zwei wollte ich die Charaktere oft einfach nur noch schütteln und dabei macht Mordecai, der Protagonist, keine Ausnahme. Vielmehr ist er der Vorreiter.

Ja, es war natürlich dumm, so etwas zu sagen, aber inzwischen war ich auf zwei meiner Reisegefährten ziemlich wütend. (Seite 21)
Immer wieder musste ich das Gefühl zur Seite schieben, dass ich hier einfach nur vorpubertäre Jugendliche vor mir habe, die sich zanken. Mordecai und seine Freundin wollen zusammenleben, sie wollen ihre Leben sogar voneinander abhängig machen, das ist nötig damit er aufgrund seiner Magie nicht den Verstand verliert. Außerdem geht es um einen Krieg, der über sie hineinbrechen wird und alle töten könnte. Aber die Hauptcharaktere zanken sich wie kleine Kinder. Außerdem lernen sie nichts dazu. Ich konnte kaum eine Entwicklung der Charaktere ausmachen und wenn sie dann doch einmal zu erkennen war, war sie sprunghaft und ließ sich nicht aus den Geschehnissen erklären. Durch diese Konstellation können auch ernste Szenen, die viel Emotionalität in sich tragen könnten, den Leser nicht berühren. 
Die Charaktere stehen damit dem direkten Zugang zu einer Geschichte, die es verdient hätte, erzählt zu werden, im Weg. Natürlich kann daran leider auch eine schöne Aufmachung nichts ändern. Für mich ist an dieser Stelle Schluss und ich werde die nächsten Bände nicht weiter verfolgen.

Fazit: Schade. Wider Erwarten ist es dem Autor mit dem zweiten Band nicht gelungen eine Schippe noch oben drauf zu legen. Die Charaktere haben mir die Geschichte leider madig gemacht und ich werde nun auf Abstand gehen. In den USA ein Bestseller, ich kann es nicht nachvollziehen. Aber da muss dann wohl jeder selbst einen Blick hineinwerfen und für sich entscheiden, welcher Meinung er sich anschließt.


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