Mittwoch, 23. Oktober 2013

[Rezension] Richard Schwartz - Das Auge der Wüste (Das Geheimnis von Askir 3)

Autor: Richard Schwartz
Titel:
Das Auge der Wüste
Reihe: Das Geheimnis von Askir
1. Das erste Horn
2. Die zweite Legion
3. Das Auge der Wüste
4.  Der Herr der Puppen
(4.5. Die Eule von Askir - unabhängig lesbar nach ersten 4 Bänden)
5. Die Feuerinseln
6. Der Kronrat
Zweiter Askir-Zyklus: Die Götterkriege
1. Die Rose von Illian
2. Die weiße Flamme
3. Das blutige Land
4. Die Festung der Titanen
(weitere Bände in Vorbereitung)
Genre: High-Fantasy
Seiten:
368
Verlag:
Piper
Veröffentlichung: 1. Juni 2011
ISBN:
978-3492268196
Preis: 9,99 Euro

Klappentext: Auf der Suche nach Verbündeten im Kampf gegen den zerstörerischen Thalak hat es den Krieger Havald, die Halbelfe Leandra und ihre Gefährten in den Wüstenstaat Bessarein verschlagen. In der sengenden Hitze des exotischen Landes müssen sie zunächst Havalds Geliebte Leandra aus den Fängen skrupelloser Sklavenhändler befreien – und geraten dabei mitten in die Wirren des Thronfolgestreits, der die Hauptstadt Gasalabad erschüttert. Eine entscheidende Rolle spielt dabei ein magisches Artefakt – das Auge von Gasalabad. Wird es den Gefährten gelingen, endlich den Weg ins Reich Askir zu finden? (Quelle)

Meine Meinung:

"Was bedeutete es für unsere Reiche und die Weltenscheibe, wenn Leandra es wirklich vermochte, die Hilfe der sieben Reiche für unser Land zu sichern?
Die Antwort war einfach: imperiale Einflussnahme auch bei uns, in den Neuen Reichen. Und wie man hier in Bessarein sah: Waren die Imerpialen einmal da, gingen sie nicht mehr." (Seite 30)

Wenn man sich dem dritten Band dieses Zykluses zugewendet hat, merkt man bald und spätestens ab der Hälfte, dass es weniger echte Handlung gibt als in den ersten beiden Büchern. Es gibt zwar noch einige ausgewählte Actionszenen, die von Kampf geprägt sind, aber zumeist beschäftigt sich die Handlung mit der Politik und den Intrigen der Stadt Bessarein. Dabei werden die Besonderheiten dieser Wüstenstadt hervorgehoben. Die Kultur und die Regeln weichen deutlich von dem ab, was Havald und seine Gefährten gewohnt sind. 
Natürlich muss die Gruppe zunächst wieder zueinander finden, denn sie wurden getrennt. Schon vor dem Aufschlagen der ersten Seite muss dem Leser klar sein, dass dies gelingt. Sobald die ursprüngliche Gemeinschaft wieder hergestellt ist und sogar an manchen Stellen erweitert wurde, rückt auch die Entwicklung zwischen den einzelnen Charakteren mehr in den Fokus. Die Liebe zwischen Havald und Leandra wird auf die Probe gestellt. Und auch die Vergangenheit und die Einstellung der Dunkelelfe wird näher beleuchtet. Es bleibt auch in diesem Buch dabei, dass es die Charaktere sind, die diese Geschichte besonders machen und die inzwischen so ans Herz gewachsen sind, dass man über kleinere Schwächen im Buch hinwegsehen kann.

"Und wenn du das, was zwischen uns ist, opfern willst, um von mir alles zu erzwingen, verlierst du mehr, als du gewinnst. Ich habe dir Liebe geschworen, nicht einen Lehenseid oder Gehorsam." (Seite 92/93)

Es ergibt sich aus dem oben Gesagtem einerseits viel Stoff für dieses Buch, andererseits hat es oft beinahe so etwas wie Informationscharakter, da relativ viel erklärt wird. Besonders im Mittelteil finden sich dann einige Längen, wohingegen das Ende, bei dem eine große Portion Spannung aufkommt, dann beinahe überstürzt wirkt. Gerade dort finden sich auch einige Entwicklungen und Wendungen, mit denen der Leser überrascht wird. 
Außergewöhnlich für einen guten Roman im Genre der High-Fantasy ist die leichte und gute Verständlichkeit und die angemessene Sprache. Oft lassen sich diese Roman nur langsam lesen, da man viel verarbeiten und nachvollziehen muss. Dies ist bei Richard Schwartz anders. Die Bücher sind während spannender Szenen wahre Page-Turner und lassen sich gut schmökern, ohne hochkonzentrierte Leser einzufordern. 
Ich schließe dieses Buch mit der Hoffnung darauf, dass die Reise der Gefährten im vierten Band weitergeht und sie die Wüstenstadt verlassen. Politisch wird es bleiben und die Verwicklungen werden zunehmen, aber bei einer fortgesetzten Reise sind Längen für den Leser unwahrscheinlicher.

"Er ist der Feind aller", sagte Leandra leise. "Man sagt, Astate gibt die Liebe, Boron die Vernunft und Soltar die Seele. Der Namenlose ist einfach nur dagegen." (Seite 316)

Fazit: Ein solider dritter Band einer Reihe, die an Komplexität gewinnt, ohne den Leser mit zu vielen Einzelheiten zu überfordern. Trotzdem haben manche Szenen nur Informationscharakter, wodurch Längen im Mittelteil entstehen. Aber die Charaktere machen dies wett und den Zyklus weiter zuverfolgen ist ein Muss.


Über den Autor:  Richard Schwartz ist das Pseudonym eines 1958 geborenen deutschen Autors, der zuvor u.a. als Postfahrer, Systemprogrammierer gearbeitet, eine Ausbildung zum Flugzeugmechaniker abgeschlossen und ein Studium der Elektrotechnik und Informatik absolviert hat. Seine Rollenspiele-Leidenschaft kommt in seinem Fantasy-Zyklus Das Geheimnis von Askir zum Ausdruck, der wie ein Rollenspieleplot aufgebaut ist und eine Geschichte um eine zufällig zusammengefundene Abenteuertruppe entwickelt. (Quelle)

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