Donnerstag, 16. Januar 2014

[Rezension] Mhairi McFarlane - Wir in drei Worten

Autor: Mhairi McFarlane
Titel:
Wir in drei Worten
Originaltitel:
You had me at hello
Genre:
Belletristik
Seiten: 496
Verlag:
Knaur
Veröffentlichung: 1. Oktober 2013
ISBN:
978-3426514535
Preis: 9,99 Euro

Klappentext: Zu Unizeiten waren sie unzertrennlich.
Beste Kumpels waren sie. Die Welt konnte ihnen nichts anhaben. Doch in der Nacht vor der Abschlussfeier ist etwas passiert. Seitdem haben sie sich nicht mehr gesehen. Zehn Jahre und 781 erfolglose Google-Suchen später stehen sie sich unerwartet gegenüber. (Quelle)

Meine Meinung:
"Es ist keine gute Idee zu heiraten. Punkt", sage ich. "Ich bin mir nicht einmal sicher, ob es eine gute Idee ist, dass wir zusammen sind. Wir sind nicht glücklich." (Seite 18)
Auf dem Buchrücken steht es schon groß: "Rachel und Ben". Ganz klar, dass der Leser hier eine Liebesgeschichte erwartet und Erwartungen sind so ausgelegt, dass man von einer klassischen Liebesgeschichte ausgeht: Lange nicht gesehen, waren damals ein Paar und stellen nun schlagartig fest, dass sie füreinander bestimmt sind.
Doch halt. So einfach ist es nicht. Natürlich passt dazu, dass Rachel sich gleich auf den ersten Seiten von ihrem Verlobten trennt, aber ob Rachel und Ben tatsächlich ein Paar werden können, bleibt lange offen. Auch wenn dieser Punkt wie einige andere auch schon vorhersehbar ist. Aber seien wir ehrlich: Das mag man bei diesen Geschichten. Man hat eine Ahnung, wie sie ausgeht. 
Auf mich persönlich macht das Cover einen eher jugendlichen Eindruck. Aus diesem Grund war ich recht überrascht, dass die Protagonistin und auch fast alle anderen wichtigen Charaktere Anfang Dreißig sind. Das kann also schon nicht mehr als All-Age-Roman betrachtet werden, sondern richtet sich direkt an Erwachsene. 
Die Midlife-Crisis aller handelnden Personen steht natürlich im Vordergrund und wenn man ehrlich ist, findet man sich bei ihnen sofort wieder. Rachel und ihre Freundinnen scheinen direkt aus dem Leben gegriffen und die Autorin trifft sehr gut die Probleme, vor denen jeder einmal steht: Im Berufsleben, im Alltag, innerhalb von Freundschaften und Beziehungen - irgendwann fragt sich wohl jedes Paar: Reicht es dafür den nächsten Schritt zu gehen? Das gestaltet das Buch im Übrigen interessant: Es geht nicht nur um Beziehungsprobleme. Auch die Konflikte, denen Rachel als Journalistin ausgesetzt ist, werden thematisiert. 

"Jeder hat mal einen schweren Anfall von Was-wäre-gewesen-wenn." (Seite 250)

Leider blieben für mich die ganz großen Gefühle oft aus. Es ist schon so, dass die Sorgen, die Frustration, aber auch der Spaß und das Glück der Protagonisten thematisiert wird. Nur sie haben mein Herz nicht komplett erreicht. Vielleicht liegt es daran, dass es der Debütroman der Autorin ist. 
Aufgrund Rachels (selbst-)ironischer Art, die gut zum Tragen kommt, da die Geschichte aus ihrer Perspektive in der Ich-Form verfasst wurde, gibt es viele humorvolle und amüsane Szenen, die Schmunzeln lassen. Es überwiegen aber beinahe die Abschnitte, die eher nachdenklich sind und sogar das Gefühl mit sich bringen, dass hier ein paar Weisheiten vermittelt werden und man als Leser für sich persönlich noch aus den Erfahrungen, die hier lediglich Romanfiguren machen, noch etwas lernen kann.
"Wenn man jemanden liebt, wünscht man sich, dass er glücklich ist, unabhängig davon, ob man selbst daran teilhat oder nicht. Sogar wenn dieses Glück davon abhängt, dass man nicht mit von der Partie ist." (Seite 489)

Fazit: Eine schöne Geschichte, die Humor und Nachdenklichkeit miteinander vereint und mit seht authentischen Charakteren besticht. Leider haben die Emotionen nicht mein Herz erreicht. Aus diesem Grund reicht es nicht zur komplett positiven Wertung.

Gesamtnote: 2
Charaktere: 2
Handlung: 2
Lesespaß: 2-3

Über die Autorin: Mhairi McFarlane wurde 1976 in Schottland geboren. Ihre geographischen Lebensdaten in Kurzform lauten Falkirk – Afrika – Milton Keynes – Nottingham und entsprechen in etwa dem Weg, den ein Designerkleidungsstück zurücklegt, bevor es in einem Laden zur Ruhe kommt. Mhairis Ruhepol ist in Nottingham, wo sie mit einem Mann und einer Katze lebt. Bevor sie sich dort niederließ und als Journalistin arbeitete, studierte sie an der Universität Manchester. Mhairi kennt den Ort, an dem Rachel und Ben sich kennenlernen, also wie ihre Westentasche. Und wie ihre Figuren liebt sie es, ein Glas Wein zu trinken und bei gutem Essen mit Freunden zusammenzusitzen. „Wir in drei Worten“ ist ihr erster Roman. (Quelle)

Kommentare:

  1. Wenn man den Klappentext so liest gibt es meiner Meinung nach Parallelen zu "Zwei an einem Tag".
    Hört sich auf alle Fälle inetressant an =)
    LG Sunny
    Bücherwürmchen

    AntwortenLöschen
  2. Ich habe dasselbe gedacht wie Sunny;-) Aber das gefällt mir gut.
    Lg Petra

    AntwortenLöschen
  3. Hey,
    danke für Deine Rezension. Ich hab das Buch auf dem Sub und hatte die gleichen Bedenken die Du in Deiner Rezi erwähnst. Daher wird dieses Buch erst mal ganz weit nach hinten rutschen denn irgendwie reizt es mich einfach nicht genug.
    LG und ein schönes Wochenende,
    Ela

    AntwortenLöschen

Ich freue mich auf euren Kommentar!
Und verspreche: Ich werde sie alle beantworten :)